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Wie ist ein Instandhaltungskonzept auszuformulieren und zu gestalten? Welche Prüffristen ergeben sich beim Vorliegen eines Instandhaltungskonzeptes?

KomNet Dialog 26105

Stand: 08.03.2016

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Prüfungen (1.4.3)

Dialog
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Frage:

Verschiende Fragen zu einem Instandhaltungskonzept: 1. Wie ist ein Instandhaltungskonzept nach der Anhang 2 Abschnitt 3 Nr. 5.4 auszuformulieren und zu gestaltet. Reicht ein Wartungsvertrag mit einer Fachfirma aus? Ist dieser Wartungsvertrag dem Konzept gleichzusetzen? Welche Zeitfenster sind für die "Wartungen" akzeptabel? 2. Kann bei der Prüfung auf Explosionssicherheit nach sechs Jahre (Anhang 2 Abschnitt 3 Nr. 5.1) die Prüfungen nach 5.2 (Prüfung von Geräten/Schutzsysteme usw.) und 5.3 (Lüftungsanlagen, Gaswarnanlagen) entfallen, wenn ein Instandhaltungskonzept vorliegt? 3. Ab wann laufen die Prüffristen, wenn ein Instandhaltungskonzept vom Betreiber installiert ist bzw. angewendet wird?

Antwort:

Zunächst ist festzustellen, dass das Instandhaltungskonzept als ein Teil der Gefährdungsbeurteilung anzusehen ist. Es ist zugleich ggf. auch Teil des Explosionsschutzdokuments im Sinne von § 6 (8) GefStoffV, insofern die Bildung von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre (geA) nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

Ein Konzept ist nicht gleich dem Wartungsvertrag zu setzen. Das Konzept muss der Betreiber bereits bei der Anlagenplanung sinnvollerweise erstellen, weil vor erstmaliger Inbetriebnahme bereits die Prüfanlässe, die Prüffristen, die Prüftiefe und die zur Prüfung befähigten Personen festlegelegt werden müssen. Die überwachungsbedürftige Anlage darf ja nicht ohne Prüfung in Betrieb genommen werden.

Als akzeptables Zeitfenster zur Erstellung ist also der Zeitraum vor erstmaliger Inbetriebnahme der überwachungsbedürftigen Anlage anzusehen.

Das Konzept bildet in Folge dessen die Grundlage für einen zu schließenden Wartungsvertrag, weil hierin die korrekten Angeben zu den Prüfungenbereits Bestandteil sein müssen.

Maßgeblich ist die im Instandhaltungskonzept dokumentierte sicherheitstechnische Gleichwertigkeitder an Stelle der gesetzlich geregelten abweichenden wiederkehrenden Prüfungen. Das bedeutet, dass die zur Prüfung befähigte Person im Rahmen der Ordnungsprüfung vor erstmaliger Inbetriebnahme der Anlage auch die Plausibilität des vom Rechtsrahmen abweichenden Instandhaltungskonzepts hinsichtlich des Gleichwertigkeitsnachweises prüft.

Die zur Prüfung befähigte Person bestätigt also ggf., dass der Gleichwertigkeitsnachweis mindestens nach dem Stand der Technik gegeben ist, wenn die vorgeschlagenen Ersatzmaßnahmen die gleiche Sichherheit auf andere Weise (hier den dauerhaften Explosionsschutz) herzustellen geeignet sind.

Die Prüffristen beginnen grundsätzlich mit dem Tag der Inbetriebnahme zu laufen. Das bedeutet mit Dokumentation der mängelfreien Erstprüfung der überwachungsbedürftigen Anlage, weil erst dann deren Betrieb zulässig ist.