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Inwieweit besteht für einen älteren Werkstatt-Bereich ein Nachrüstbedarf für Fehlerstromschutzschalter zur Absicherung ortsfester und ortsveränderlicher Elektrogeräte?

KomNet Dialog 26061

Stand: 29.02.2016

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

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Frage:

Inwieweit besteht für einen älteren Werkstatt-Bereich (Feinmechanik) ein Nachrüstbedarf für Fehlerstromschutzschalter zur Absicherung der ortsfesten und ortsveränderlichen Elektrogeräte? Bisher ist diese Ausstattung nicht vorhanden. Wenn ja, welche Vorgaben, Normen fordern dies?

Antwort:

Bei Neubauten müssen seit dem 1. Februar 2009 alle Steckdosen-Stromkreise (Bemessungsstrom bis 20 A), welche für die Benutzung durch Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind, mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (Bemessungsdifferenzstrom von 30 mA) ausgestattet sein (im Außenbereich für Endstromkreise bis 32 A). Die zutreffende Norm ist die DIN VDE 0100-410:2007 (Abschnitt - für Steckdosenstromkreise; Übergangsfrist für die vorangegangene Ausgabe 1997-01 ist am 1. Februar 2009 abgelaufen).

Für Altanlagen gibt es keine generelle Nachrüstpflicht. Das heißt, eine Anlage darf weiter betrieben werden, wenn die Anlage zum Zeitpunkt ihrer Errichtung den damals geltenden Normen und Richtlinien entsprochen hat.
Unter folgenden Umständen ist jedoch die Nachrüstung eines Fehlerstromschutzschalters notwendig:
Bei einer wesentlichen Änderungen der Installation (Anlage), wenn neue Rechtsverordnungen dies fordern, eine Gefährdung der Mitarbeiter vorliegt (nachgewiesen z. B. durch Gefährdungsbeurteilung, Unfall etc.) oder die Aufsichtsbehörden dies begründet fordern (DGUV Vorschrift 3).

Hinweis:
Normen können kostenpflichtig über den BEUTH Verlag bezogen werden.