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Welche beruflichen Ursachen könnten für eine beidseitige wannenförmige Innenohrschwerhörigkeit vorliegen?

KomNet Dialog 2604

Stand:

Kategorie: Gesundheitsschutz > Berufskrankheit, Berufsunfähigkeit > Medizinische Zusammenhänge

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Frage:

Wieso kann ein Arzt bei einer beidseitigen wannenförmigen Innenohrschwerhörigkeit die Diagnose `möglicherweise hereditäre Genese` stellen ? Welche beruflichen Ursachen könnten für diese Innenohrschwerhörigkeit vorliegen ?

Antwort:

Die Bezeichnung „wannenförmige Innenohrschwerhörigkeit“ beschreibt einen relativ seltenen Verlauf einer Tonschwellenkurve. In diesem Fall besteht ein relativ gutes Hörvermögen im Bereich der tiefen und hohen Frequenzen und ein schlechtes Hörvermögen über den gesamten mittleren Frequenzbereich. Dies bedeutet, dass in diesem Fall der Sprachbereich besonders betroffen ist. Gelegentlich findet man eine beidseitige wannenförmige Innenohrschwerhörigkeit bei vererblichen (hereditären) Formen der Schwerhörigkeit. Andere Ursachen für diesen Verlauf der Tonschwellenkurve können weitgehend ausgeschlossen werden. Im Gegensatz dazu zeigt sich bei einer lärmbedingten Innenohrschwerhörigkeit eine sogenannte „Hochtonsenke“, das heißt ein Hörschaden in einem definierten hohen Frequenzbereich, ohne dass zunächst das Sprachverstehen besonders beeinträchtigt ist. Hierzu kommt es erst beim Fortschreiten der Erkrankung. Die heutzutage selten auftretende berufliche Schwerhörigkeit durch Schadstoffe/Gifte (so genannte ototoxische Substanzen) führt in der Regel zu einem gleichmäßigen Hörverlust über alle Frequenzen. Zusammengefasst sind beruflich bedingte Formen der Schwerhörigkeit durch einen deutlich anderen Verlauf der Tonschwellenkurve gekennzeichnet und nicht mit einer „wannenförmigen Innenohrschwerhörigkeit“ in Verbindung zu bringen.

Stand: Mai 2004