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In welchen Abständen müssen für Röntgenassistentinnen arbeitsmedizinische Untersuchungen durchgeführt werden?

KomNet Dialog 26025

Stand: 24.02.2016

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

Dialog
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Frage:

Benötigen Röntgenassistentinnen in der Zahnarztpraxis eine arbeitsmedizinsche Vorsorge nach Strahlenschutzverordnung? In welchen Abständen müßten die Untersuchungen durchgeführt werden?

Antwort:

Der Strahlenschutzbeauftragte einer Einrichtung ist dafür verantwortlich für die Beschäftigten festzulegen, ob sie in Kategorie A der Röntgenverordnung (RöV) eingestuft werden.

Nach § 31 RöV gehören Personen dann zur Kategorie A strahlenexponierter Personen, wenn sie einer Strahlenexposition ausgesetzt sind, die im Kalenderjahr zu einer effektiven Dosis von mehr als 6 mSv führt (bzw. zu einer höheren Organdosis als 45 mSv für die Augenlinse bzw. 150 mSv für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße oder Knöchel).

Nach § 37 Nr. 1 RöV dürfen beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie A im Kontrollbereich Aufgaben nur dann wahrnehmen, wenn sie innerhalb eines Jahres vor Beginn der Aufgabenwahrnehmung von einem ermächtigten Arzt im Sinne des § 41 Nr. 1 Satz 1 RöV untersucht worden sind und dem Strahlenschutzverantwortlichen eine ärztliche Bescheinigung vorliegt, nach der der Aufgabenwahrnehmung keine gesundheitlichen Bedenken entgegenstehen. Untersuchungen nach der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung sind die einzigen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen, die duldungspflichtig sind. Die entsprechenden Folgeuntersuchungen sind in jährlichen Abständen erforderlich.

Kurz gefasst: Bei dem Personenkreis, bei dem eine Personendosis von 6 mSv überschritten wird, ist eine jährliche ärztliche Untersuchung erforderlich. Bei dem Personenkreis, bei dem eine effektive Dosis von 6 mSv im Kalenderjahr unterschritten wird, ist im Regelfall keine arbeitsmedizinische Untersuchung erforderlich (abgesehen von Ausnahmesituationen wie im Falle einer behördlichen Anordnung oder einer außerplanmäßigen Strahlenexposition, entsprechende Regelungen finden sich in Strahlenschutzverordnung und Röntgenverordnung).

Bei der "klassischen" Tätigkeit einer Röntgenassisstentin in einer Zahnarztpraxis mit der Durchführung der dort üblichen Röntgendiagnostik ist bei weitem keine effektive Dosis zu erwarten, welche eine Einstufung nach Kategorie A der RöV erforderlich macht. Je nach den konkreten Gegebenheiten ist es auch fraglich, ob überhaupt eine Personendosimetrie erforderlich ist (z.B. die Röntgenassisstentin befindet sich beim Auslösen der Aufnahme außerhalb des Kontrollbereiches, Nichterreichen der in § 35 Abs. 1 RöV genannten effektiven Dosis). Hier muss im Einzelfall die konkrete Situation vor Ort durch den Strahlenschutzbeauftragten bewertet werden.

Untersuchungen der Röntgenassistentinnen in einer Zahnarztpraxis als "beruflich strahlenexponierte Personen nach der Röntgenverordnung" durch einen ermächtigten Arzt sind somit im geschilderten Regelfall nicht erforderlich.

Arbeitsmedizinische Fragestellungen sollten im Rahmen der betriebsärztlichen Betreuung bearbeitet werden.