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Unter welchen Umständen ist das Tragen von Gaswarngeräten beim Betreten von Abwasserkanälen ratsam bzw. Pflicht?

KomNet Dialog 2576

Stand: 08.05.2008

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Technische Schutzmaßnahmen (6.)

Dialog
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Frage:

Ich möchte mich darüber informieren, unter welchen Umständen das Tragen von Gaswarngeräten beim Betreten von Abwasserkanälen ratsam bzw. Pflicht ist. Können sie mir dazu die einschlägigen Vorschriften und Hinweise zukommen lassen bzw. mir eine URL nennen, wo ich diese herunterladen/lesen kann?

Antwort:

Gaswarngeräte sind nicht nur von den einschlägigen Regelwerken (§ 34 BGV C 5 in Verbindung mit BGR 126) gefordert, sie gehören auch fest zum Stand der Technik beim Einsteigen und Arbeiten in umschlossenen Räumen abwassertechnischer Anlagen. Die Frage ist also nicht, unter welchen Umstände es ratsam oder Pflicht ist, Gaswarngeräte mitzuführen, sondern welche Umstände solche Geräte evtl. überflüssig machen würden.

Beim Arbeiten unter umluftunabhängigem Atemschutz ohne wirksame Zündquellen könnte ein Gaswarngerät evtl. nicht notwendig sein. Im Regelfall geht nichts ohne Gaswarngeräte.

Eine Ergänzung zu geeigneten Gaswarngeräten: Stand der Technik ist die simultane Überwachung von explosionsfähigen Atmosphären, Sauerstoff, Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid. Geeignete Geräte haben eine ATEX-Zulassung und ein messtechnisches Gutachten.

Noch mal zur Verdeutlichung: Arbeiten in umschlossenen Räumen abwassertechnischer Anlagen (also mit offener Verbindung zum Abwasser) ohne geeignete Gaswarngeräte als Teil der Sicherheitsausrüstung ist gefährlich und verboten! Der Arbeitgeber muss in der Gefährdungsbeurteilung auf Gaswarngeräte als Schutzmaßnahme eingehen und die Maßnahmen dokumentieren.
Das angesprochene berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerk wird im Internet z.B. unter http://publikationen.dguv.de  angeboten.