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Welche Prüfpflichten (Wiederholungsprüfung) bestehen für eine Ammoniakkälteanlage?

KomNet Dialog 25659

Stand: 07.01.2016

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Sonstige Anlagen

Dialog
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Frage:

Ein Betrieb zur Herstellung von Tiefkühlkost betreibt eine Ammoniakkältanlage. Der normale Betriebsdruck der Kälteanlage liegt bei 13 bar und das Füllvolumen des Ammoniakvorrates liegt bei 2.800 kg. Meine Fragen: 1) Prüfpflicht der ammoniakführenden Rohrleitungen(Wiederholungsprüfung)? Die ZÜS-Prüfung incl. Röntgen der Schweißnähte ist vor Inbetriebnahme durchgeführt worden. 2) Prüfpflicht der Behälter (Wiederholungsprüfung)? Die Erstabnahme ist im Jahr 1995 erfolgt. Seitdem ist keine ZÜS-Prüfung mehr durchgeführt worden.

Antwort:

Gemäß Nr. 6.2.1 des Anhangs 2 Abschnitt 4 der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV sind bei Kälte- und Wärmepumpenanlagen, die mit Kältemitteln in geschlossenem Kreislauf betrieben werden und die wiederkehrend von einer zugelassenen Überwachungsstelle geprüft werden müssen, Anlagenprüfungen der Gesamtanlage (Druckanlage) spätestens alle fünf Jahre durch eine zugelassene Überwachungsstelle durchzuführen.

Wiederkehrende innere Prüfungen und Festigkeitsprüfungen von Anlagenteilen, d. h. von Druckbehältern und Rohrleitungen, müssen gemäß Nr. 6.2.2 des Anhangs 2 Abschnitt 4 BetrSichV nur durchgeführt werden, wenn das jeweilige Anlagenteil zu Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb genommen wird.

Die äußere Prüfung für Anlagenteile (z. B. Druckbehälter und Rohrleitungen) von überwachungsbedürftigen Druckanlagen erstreckt sich auf die Prüfung der sicherheitsrelevanten Ausrüstungsteile sowie (sofern vorhanden) der Feuerungen bzw. Beheizungseinrichtungen und umfasst die Beurteilung des äußeren Zustandes sowie das Vorhandensein, den Zustand und die Funktion der sicherheitstechnisch erforderlichen Ausrüstungsteile.

Da die Druckbehälter der Kälteanlagen nicht beheizt sind, kann die wiederkehrende äußere Prüfung dieser Behälter gemäß Nr. 5.6 des Anhangs 2 Abschnitt 4 BetrSichV entfallen.

Äußere Prüfungen der Rohrleitungen sind wiederkehrend spätestens alle 5 Jahre durchzuführen (Tabelle 1 Anhang 2 Abschnitt 4), die Prüfzuständigkeiten (ZÜS / befähigte Person) sind anhand der Betriebsparameter der Rohrleitungen nach Tabelle 8 des Anhangs 2 Abschnitt 4 festzulegen.

Hinweis:
Diese Prüfanforderungen sind ausschließlich auf das Gefahrenfeld Druck und das Arbeitsschutzrecht bzw. das Recht überwachungsbedürftiger Anlagen bezogen.

Weitere Gefahrenfelder (z. B. Explosionsgefährdung) sowie andere Rechtsgebiete (Umweltrecht, z. B. TRAS 110) können weitere Prüfungen vorschreiben.