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Muss ich als Bühnenarbeiter an einer Oper Ostersonntag und Ostermontag arbeiten?

KomNet Dialog 2536

Stand:

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Sonn- und Feiertagsarbeit

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Frage:

Ich arbeite bei der Oper. Sonntags sind nur vorstellungsbedingte Arbeiten zu verrichten. Muss ich am Ostersonntag arbeiten und die Vorstellung abbauen, wenn Ostermontag eine andere Vorstellung ist. Wenn ja, wann muß der Arbeitgeber mir über diese Dienstplanänderug Bescheid geben.

Antwort:

Das unter § 9 des Arbeitszeitgesetzes - ArbZG festgelegte grundsätzliche Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit gilt, sofern die Arbeiten nicht an Werktagen vorgenommen werden können, u.a. nicht für die Beschäftigung von Arbeitnehmern bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen, Filmvorführungen, Schaustellungen, Darbietungen (§ 10 Abs. 1 Ziffer 5 ArbZG). Nötige Arbeiten für Vorstellungen der Oper sind daher an Sonn- oder Feiertagen grundsätzlich zulässig. Das Arbeitszeitgesetz legt nicht fest, wann ein Arbeitnehmer über erforderliche Sonn- oder Feiertagsarbeit zu informieren ist. Da Aufführungen der Oper mehrere Wochen im Voraus feststehen dürften, sollte einer rechtzeitigen Information der an der Oper beschäftigten Arbeitnehmer nichts im Wege stehen. In welchem Umfang Sie konkret Sonn- oder Feiertagsarbeit leisten müssen, ist auch eine Frage der getroffenen arbeitsvertraglichen Vereinbarungen sowie der geltenden Betriebsvereinbarungen und tarifvertraglichen Regelungen. Dazu müssten Sie sich ggf. an entsprechend autorisierte Stellen wie den Betriebsrat, Gewerkschaften, Verbände oder an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden. Bei der Arbeitszeitgestaltung und der Einteilung der Sonn- und Feiertage muss der Arbeitgeber die Ausgleichsregelungen des § 11 ArbZG beachten. Danach müssen mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei bleiben. Bei Sonntagsarbeit ist ein Ersatzruhetag innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren. Bei Arbeiten an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag ist ein Ersatzruhetag innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren.