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Die Haaranalyse eines Mitarbeiters der Schleiferei hat erhöhte Werte für Kobalt und Barium ergeben. Ist eine Arbeitsplatzuntersuchung notwendig?

KomNet Dialog 2533

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Schadstoffermittlung, Messungen

Dialog
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Frage:

Bei einem Mitarbeiter (Schleiferei, auch Hartmetalle) hat die Haaranalyse erhöte Werte für Kobalt und Barium ergeben. Sind deswegen Untersuchungen am Arbeitsplatz notwendig? Wenn ja, welche (Luftkonzentration?), eventuell Biomonitoring?

Antwort:

Es müssen sowohl eine Arbeitsbereichsanalyse als auch das Biomonitoring durchgeführt werden (Arbeitsbereichsanalyse ist nur ein anderer Name für Arbeitsplatzuntersuchung). Eine Haaranalyse ist schon so etwas wie Biomonitoring. Das Biomonitoring muss aber von einem Arbeitsmediziner nach einem anerkannten Untersuchungsverfahren durchgeführt werden (TRGS 710 - Biomonitoring). Ob das schon erfolgt ist, können wir aus der Fragestellung nicht ersehen. Unabhängig davon muss der Arbeitgeber eine Arbeitsbereichsanalyse durchführen, denn gemäß § 18 GefStoffV unterliegt er der Ermittlungspflicht. Dazu gehört auch die Bestimmung der Biologischen Arbeitsplatztoleranzwerte BAT. Diese werden über das Biomonitoring bestimmt. Insofern ist das Biomonitoring ein notwendiger Bestandteil der Arbeitsbereichsanalyse und nicht unabhängig davon. Wenn ein Biomonitoring möglich ist, brauchen keine Luftwerte gemessen zu werden, denn die BAT-Werte sind viel aussagekräftiger. Viel wichtiger ist es zu klären, auf welchem Aufnahmeweg die Stoffe in den Körper gelangen. Das kann z.B. auch an mangelnder Hygiene liegen, wenn man sich die Hände vor dem Essen, Trinken, Rauchen nicht wäscht usw.. Da es dabei um das persönliche Verhalten von Beschäftigten geht, ist auch hierbei wie beim Biomonitoring oder der Arbeitsbereichsanalyse unbedingt der Betriebrat (falls vorhanden) zu beteiligen. Stand: 09.06.2004