Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Wenn die maximale Arbeitszeit von 48 Std./Woche durch einen Ruhetag unterbrochen wird, beginnt die 48 Std./Woche dann neu?

KomNet Dialog 25107

Stand: 26.10.2015

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > zulässige Arbeitszeitdauer

Dialog
Favorit

Frage:

Ich bin in einem Betrieb tätig, in dem an 6 Tagen in der Woche gearbeitet wird. Meine Kollegen haben 1 freien Tag in der Woche, der jedoch variiert. In unserer Betriebsvereinbarung ist die 48 Stunden Woche als Höchstarbeitszeit festgeschrieben. Nun kommt es öfter zu Konflikten mit dem Arbeitgeber, indem dieser behauptet, dass die Höchstarbeitszeit von 48 Stunden durch den Ruhetag unterbrochen wird und danach wieder von vorne beginnt. Wir sind der Ansicht, dass die Definition "48 Stunden wöchentlich" auch den freien Tag mit einberechnet. Beispiel: Arbeitszeit von Mo-Mi jeweils 10 Std. Donnerstag frei. Demnach dürfte am Freitag 10 Std. und am Samstag noch maximal 8 Std gearbeitet werden. Meinung des Arbeitgebers: Durch den arbeitsfreien Donnerstag wird diese Rechnung unterbrochen- die vorherigen Überschreitungen spielen daher keine Rolle und die Rechnung beginnt von vorne.

Antwort:

Die gesetzliche Forderung nach einer 48 Stunden Woche gibt es nicht.

Das Gesetz erlaubt in § 3 Arbeitszeitgesetz - ArbZG, dass die tägliche Arbeitszeit auf 10 Stunden verlängert werden kann, wenn im Schnitt von 6 Monaten die werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden eingehalten wird. Das bedeutet, dass in einer Woche durchaus 60 Stunden gearbeitet werden dürfen. Der Ausgleich muss dann aber in der anschließenden Zeit erfolgen.

Wie weit hier arbeitsrechtliche Belange berührt sind, muss ein Fachmann für Arbeitsrecht klären.

Auf jeden Fall stellt eine regelmäßige Beschäftigung von 10 Stunden werktäglich eine große Belastung dar, die in der Gefährdungsbeurteilung beurteilt werden muss.

Ebenso zeigt der Wortlaut des § 3 ArbZG, dass die Beschäftigung über 8 Stunden werktäglich eine Ausnahme darstellt. Die Regel bleibt die Forderung nach einer werktäglichen Arbeitszeit von 8 Stunden.