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KomNet-Wissensdatenbank

Ist es erlaubt, im Rahmen einer Veranstaltung Abseilgeräte zur Absturzsicherung an einen LKW-Verladekran anzuschlagen?

KomNet Dialog 2478

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

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Frage:

Wir möchten bei einer Kinderveranstaltung Getränkekisten durch Jugendliche stapeln lassen. Da beim Stapeln durchaus eine Höhe von ca 5 m erreicht wird, wollen wir die Jugendlichen mit einen Sicherungsgeschirr für Arbeiten in Höhen sichern. Als Sicherungsleinen sollen zwei dynamische Kernmantelseile verwendet werden, welche über zwei Abseilgeräte laufen. Die Abseilgeräte selber wollen wir an unseren Verladekran vom LKW anschlagen, damit wir die benötigte Höhe erreichen. Usere Frage: gem. der UVV Krane ist es nicht erlaubt, Personen während des Kranbetriebes mit der Lastaufnahmeeinrichtung zu befördern. Da wir aber den Kran nicht in Betrieb haben, sondern nur als Anschlagpunkt in der Höhe nutzen, sind wir überhaupt im Kranbetrieb? wenn die sonstigen Sicherungseinrichtungen (Sicherungsgeschirr, Seile, Abseilgeräte) den UVV`en entsprechen, ist eine solche Aktion möglich oder würden wir damit gegen die UVV Krane oder ähnliche verstoßen? Nach Absprache mit unseren Kranführern und Abgleich mit den UVVén bleiben wir immer am selben Punkt hängen: sind wir überhaubt im Kranbetrieb bzw. ist das Sichern einer Person am Kran ein Befördern im Sinne der UVV Krane?

Antwort:

Die Unfallverhütungsvorschrift BGV D 6 bzw. GUV-V D 6 Krane ist eine Vorschrift, die die Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften bzw. Unfallkassen) als autonomes Satzungsrecht für ihre Mitgliedsbetriebe und Mitglieder erlassen haben. Die von Ihnen beschriebene Freizeitveranstaltung unterliegt nicht dem Versicherungsschutz einer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse und somit auch nicht den Unfallverhütungsvorschriften, sofern die Veranstaltung nicht im Zusammenhang mit einer schulischen Veranstaltung oder eines Kindergartens durchgeführt wird, wovon wir hier ausgehen. Die Unfallverhütungsvorschriften können daher nur mittelbar, d.h. als Regeln der Technik, herangezogen werden, wobei immer im Einzelfall vom Veranstalter zu entscheiden ist, welche Regel der Technik zu berücksichtigen ist. Bei der Auswahl der Schutzmaßnahmen wäre aus unserer Sicht z.B. zu berücksichtigen, das bei der möglichen Stapelhöhe von bis zu 5 m stets ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Kranbauteilen, insbesondere zu beweglichen Teilen eingehalten wird und gleichzeitig gefahrbringende Fallhöhen für die Jugendlichen vermieden werden. Der Veranstalter ist grundsätzlich für das sichere Durchführen des Kistenstapelns verantwortlich. Wie empfehlen, die anzuwendenden Sicherungsmaßnahmen mit dem örtlichen Ordnungsamt unter Beteiligung eines Sachverständigen für Krananlagen abzustimmen. Wir bitten um Verständnis, dass KomNet als Beratungsinstitution im Arbeitsschutz zu der Fragestellung keine abschließende Antwort geben kann und darf. Haftungsrechtliche Fragen sollten ggf. mit einem Rechtsanwalt erörtert werden. Stand: 08.03.2004