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Müssen wir eine Ringgasleitung mit Sauerstoff für Schweißarbeiten stilllegen, wenn bei der Überprüfung mehrere Mängel festgestellt wurden?

KomNet Dialog 24776

Stand: 15.09.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Wir betreiben eine Ringgasleitung mit Sauerstoff für Schweißarbeiten in einem Maschinenbauunternehmen. Bei der Überprüfung der Gasleitung sind mehrere Mängel festgestellt worden (Abdichtungen mit Hanf, ungeeignete verbaute Ventile), außerdem konnte bisher die Qualität der Ringgasleitung nicht überprüft werden, da diese in den vergangenen 60 Jahren immer wieder erweitert worden ist (verschiedene Querschnitte, Materialien). Um diese Mängel zu beheben, ist eine komplette Neuinstallation der Gasleitung notwendig. Die komplette Neuinstallation incl. Freigabe der benötigten Investitionssumme dauert ca. 6-8 Monate. Ich bin der Meinung, dass wir sofort die Ringgasleitung stilllegen müssen, brauchen aber dazu eine temporäre Lösung um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Liege ich da richtig, und gibt es noch andere temporäre Lösungen als die Versorgung mit Flaschenbündeln zu gewährleisten ?

Antwort:

1) Zur Frage ob die Ringgasleitung stillgelegt werden muss:

Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) stellt hohe Maßstäbe für den Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Gefahrstoffe auf:

§7 GefStoffV "Grundpflichten", Abs. 4: "Der Arbeitgeber hat Gefährdungen der Gesundheit und der Sicherheit der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen auszuschließen. Ist dies nicht möglich, hat er sie auf ein Minimum zu reduzieren. (...)"

§11 GefStoffV "Besondere Schutzmaßnahmen gegen physikalisch-chemische Einwirkungen, insbesondere gegen Brand- und Explosionsgefährdungen", Abs.3:  "Arbeitsbereiche, Arbeitsplätze, Arbeitsmittel und deren Verbindungen untereinander müssen so konstruiert, errichtet, zusammengebaut, installiert, verwendet und instand gehalten werden, dass keine Brand- und Explosionsgefährdungen auftreten."

Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach § 6 GefStoffV müssen Brand- und Explosionsgefährdungen, die durch austretenden Sauerstoff im konkreten Fall unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse entstehen können, beurteilt werden. Die Gefährdungsbeurteilung muss von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Erfolgte die Prüfung durch eine befähigte Person oder zugelassene Überwachungsstelle, sollte diese mit einbezogen werden.

Sofern Gefährdungen nicht durch Ersatzmaßnahmen wie z. B. Lüftung, engmaschige Kontrollen, messtechnische Überwachung, Abtrennung der Arbeitsbereichen o. ä. ausreichend minimiert werden können, dürfte man um eine Außerbetriebnahme und den Aufbau einer Ersatzversorgung kaum herumkommen, insbesondere wenn die Neuinstallation mehrere Monate benötigt.

2) Zur Frage der Ersatzversorgung:

Hierzu sollten Sie Ihren Fachhändler für technische Gase kontaktieren. Beim Einsatz von Flaschenbündeln sollte beachtet werden, dass diese im Freien aufgestellt werden sollten. Auch muss eine fachgerechte Installation zur Verteilung an die Arbeitsplätze erfolgen.