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Gibt es Tabellen, Datenbank, etc. die eine Aussage treffen, wie lange Kunststoffleitungen beständig gegen Chemikalien (Salzsäure, Natronlauge, Kalkmilch) sind?

KomNet Dialog 24664

Stand: 02.09.2015

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Leitungen unter innerem Überdruck

Dialog
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Frage:

Beständigkeit von Kunststoffleitungen gegen Säuren/ Laugen auf Jahre: Unsere Galvanikanlage besteht seit ca. 30 Jahren. Bei einem Unfall (bei dem niemand verletzt wurde) wurde eine Leitung abgerissen. Jetzt steht die Überlegung an, ob der Kunststoff im Laufe der Jahre spröde wird und wir alle Leitungen erneuern müssen. Gibt es Tabellen, Datenbank, etc. die eine Aussage treffen, wie lange Kunststoffleitungen beständig gegen Chemikalien (Salzsäure, Natronlauge, Kalkmilch) sind (in Abhängigkeit der Zeit/ in Jahren)? Ist es notwendig alle Leitungen ohne ersichtliche Beschädigungen zu ersetzen? Was ist Stand der Technik?

Antwort:

Es gibt einschlägige Tabellen bezüglich der Beständigkeit von verschiedenen Kunststoffen gegen Säuren und Laugen, die im Internet eingesehen werden können (z.B. mittels der Suchwörter "Kunststoff" und "Beständigkeit"). Aus arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften ist jedoch nicht zu entnehmen, wie lange Kunststoffleitungen beständig gegen Chemikalien (Salzsäure, Natronlauge, Kalkmilch usw.) sind. Eine pauschale Aussage bezüglich der Dauerbeständigkeit von Kunststoffleitungen kann auch kaum getroffen werden, da hierfür die verschiedensten Parameter wie z. B. Temperaturen, atmosphärische Belastungen, mechanische Belastungen, Strahlung, chemische Belastungen, biologische Belastungen usw. bekannt sein müssten.

Im Einzelfall kann wahrscheinlich nur der Leitungshersteller oder ein entsprechender Gutachter nach Bekanntgabe der vor Ort vorhandenen Belastungsparameter eine Aussage zur Standzeit der Kunststoffleitungen treffen.

Eine Notwendigkeit, Leitungen ohne ersichtliche Beschädigungen vorbeugend zu ersetzen, kann erforderlich sein, wenn sich im Rahmen der für den Betrieb durchzuführenden Gefährdungsbeurteilung und daraus resultierenden Prüfungen (siehe hierzu auch Dialog 23083) Erkenntnisse ergeben haben, die nach bestimmtem Zeitablauf eine Strukturschädigung des Leitungsmaterials vermuten lassen.

Nach der Definition durch das Bundesverfassungsgerichtes (BVG) geht der Stand der Technik stets über den in allgemein anerkannten Regeln der Technik ausgewiesenen hinaus und enthält das Fachleuten verfügbare Fachwissen.
Als Ansprechpartner sind somit die einschlägige Industrie sowie die Lehrstühle für Kunststofftechnik zu sehen.