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Welche Anforderung müssen bei der Lagerung von entleerten IBCs (Gefahrstoffe sind noch teilweise vorhanden) auf dem Betriebsgelände im Freien beachtet werden?

KomNet Dialog 24238

Stand: 07.07.2015

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen

Dialog
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Frage:

Welche Anforderung müssen bei der Lagerung von entleerten IBCs (Gefahrstoffe sind noch teilweise vorhanden) auf dem Betriebsgelände im Freien beachtet werden?

Antwort:

Zur Beantwortung Ihrer Frage finden sich in der TRGS 510 folgende Angaben. Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Gefahrstoffen um entzündbare Flüssigkeiten handelt.

Unter dem Punkt 12.1 ist nachzulesen, dass restentleerte, ungereinigte Behälter hinsichtlich der Schutzmaßnahmen wie gefüllte Behälter zu betrachten sind.

In der Anlage 5 zur TRGS 510 finden sich folgende, weiter relevante Anforderungen:

Nummer 4 Besondere Brandschutzmaßnahmen bei der Lagerung im Freien

....
(2) Ortsbewegliche Behälter müssen mindestens 10 m von Gebäuden entfernt sein. Bei einer Gesamtlagermenge unter 200 kg ist ein Abstand vom Gebäude von 3 m sowie bei einer Gesamtlagermenge von mehr als 200 kg und weniger als 1.000 kg ein Abstand vom Gebäude von 5 m ausreichend.
(3) Die Abstände nach Absatz 1 und 2 können entfallen, wenn

1. die den Behältern zugekehrten Außenwände der Gebäude bis 10 m oberhalb Oberkante der Transportbehälter und bis 5 m beiderseits der Kante des Auffangraums einschließlich aller Öffnungen feuerbeständig (z. B. Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 min) hergestellt sind oder
2. anstelle der feuerbeständigen Außenwand der Gebäude zwischen dem Gebäude und den Behältern feuerbeständige Bauteile in ausreichender Höhe und Breite vorhanden
oder
3. wenn benachbarte Anlagen bzw. Gebäude in ein gemeinsames, mit den für den Brandschutz zuständigen Stellen abgestimmtes Brandschutzkonzept, das eine Reduzierung des Abstandes erlaubt, eingebunden sind.

(4) Bei der Lagerung von leeren, ungereinigten Transportbehältern gelten Absatz 2 und 3 sinngemäß, wobei vorausgesetzt wird, dass die Restanhaftungen/-inhalte dieser Behälter weniger als 0,5 % ihres Rauminhaltes betragen und für die Ermittlung der Lagermenge 0,5 % des Rauminhalts der Behälter angesetzt werden.
.....

(9) Für die Bemessung der Breite des Schutzstreifens wird die Gesamtmenge zugrunde gelegt, die in einem Auffangraum vorhanden sein darf. Diese kann dem folgenden Diagramm entnommen werden. Für die Ermittlung der Lagermenge bei entleerten Behältern wird vorausgesetzt, dass die Restanhaftungen/-inhalte dieser Behälter weniger als 0,5 % ihres Rauminhaltes betragen; für die Ermittlung der Lagermenge werden daher 0,5 % des Rauminhalts der Behälter angesetzt.