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Was ist ab 1.6.2015 hinsichtlich Absturzsicherung ab 2,00 m Arbeitshöhe zu beachten?

KomNet Dialog 23279

Stand: 08.03.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Rechts- und Auslegungsfragen (1.11) > Fragen zur Betriebssicherheitsverordnung

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Frage:

Was ist ab 1.6.2015 hinsichtlich Absturzsicherung ab 2,00 m Arbeitshoehe zu beachten ?

Antwort:

Nach unserer Auffassung ändert sich durch die Neufassung der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - zum 01.06.2015 für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer bezüglich der zu treffenden Schutzmaßnahmen gegen Absturz nichts.

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - i. V. m. § 3 BetrSichV und § 3 Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV - ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung, hier für die Arbeiten mit Absturzgefahr, zu erstellen. Hierbei hat er mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminderung eigenverantwortlich festzulegen und diese umzusetzen.

In die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sind neben den Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS, insbesondere die TRBS 1111 "Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung". die TRBS 2121 "Gefährdung von Personen durch Absturz - Allgemeine Anforderungen" ff, die Technischen Regeln für Arbeitsstätten - ASR, insbesondere die ASR A2.1 "Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen", die PSA-Benutzungsverordnung - PSA-BV - auch die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regelwerke, wie z. B. die DGUV Vorschrift 1"Grundsätze der Prävention" (bisher BGV A 1), die DGUV Regel 100-001"Grundsätze der Prävention" (bisher BGR A 1), sowie die Gebrauchs-, Betriebs- bzw. Bedienungsanleitungen der Hersteller von Arbeitsmitteln, wie z. B. bei der Nutzung von Gerüsten oder auch persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz - PSAgA, einzubeziehen.

Abweichungen von den staatlichen "Technischen Regelwerken",  den berufsgenossenschaftlichen Vorschriften bzw. von den Vorgaben in der/den Gebrauchs-, Betriebs- bzw. Bedienungsanleitung/en der/s Hersteller/s der Arbeitsmittel oder PSAgA sind grundsätzlich möglich, müssen aber in der Gefährdungsbeurteilung hinreichend dokumentiert werden. Da im Schadensfall solche Abweichungen oft sehr kritisch hinterfragt werden, empfehlen wir, solche Abweichungen im Vorfeld mit der staatlichen Arbeitsschutzaufsichtsbehörde und dem zuständigen Unfallversicherungsträger abzustimmen.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung kann sich der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützen lassen.