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Können Baumwollunterziehhandschuhe unter den ableitfähigen Handschuhen im Ex-Bereich getragen werden?

KomNet Dialog 23080

Stand: 03.08.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

Dialog
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Frage:

Können Baumwollunterziehandschuhe unter den ableitfähigen Handschuhen im Ex Bereich getragen werden?

Antwort:

Eine interessante Frage, für die wir aber keine abschließende Antwort geben können.

In ableitfähigen Schuhen ist das Tragen von Socken erlaubt. Der Unterschied zu ableitfähigen Handschuhen besteht lediglich darin, dass das Tragen von Socken bei der Konzeption der ableitfähigen Schuhe vom Hersteller vorausgesetzt wurde, während dies bei den Handschuhen nicht der Fall ist.

Wir können daher nur den Hinweis geben, in die den ableitfähigen Handschuhen beigelegte Informationsbroschüre zu schauen, ob der Hersteller das Tragen von Unterhandschuhen für zulässig hält und ggf. unter welchen Umständen dies erlaubt werden kann.

Gleichwohl haben wir folgende Informationen für Sie zusammengestellt, von denen wir glauben, dass sie Ihnen bei der Problemlösung hilfreich sein könnten:

Der Arbeitgeber hat gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - in Verbindung mit der "Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit" - PSA-BV und unter Einbeziehung des  berufsgenossenschaftlichen Regelwerks, wie z. B. DGUV Vorschrift 1"Grundsätze der Prävention" (bisher BGV A1), die DGUV Regel 100-001"Grundsätze der Prävention" (bisher BGR A1), die DGUV Regel 112-189"Benutzung von Schutzkleidung" (bisher BGR 189), die DGUV Regel 112-195"Benutzung von Schutzhandschuhen" (bisher BGR 195), die DGUV Information 212-515"Persönliche Schutzkleidung" (bisher BGI 515) eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. In die Gefährdungsbeurteilung sind die Gebrauchs-, Betriebs- bzw. Bedienungsanweisungen der Hersteller von ableitfähigen Handschuhen im Ex Bereich einzubeziehen.

Mit der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber grundsätzlich mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminderung eigenverantwortlich festzulegen und diese umzusetzen. Es liegt somit in seiner Verantwortung, welche Maßnahmen und Schutzmittel er unter welchen Bedingungen für sinnvoll und richtig erachtet. Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG hinreichend zu dokumentieren.

Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung kann sich der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützen lassen.

Hinweis:
Nach unserer Auffassung wird das Tragen von "Unterschutzhandschuhen" im Rahmen der Baumusterprüfung von ableitfähigen Handschuhen im Regelfall nicht geprüft. Daher empfehlen wir Ihnen, weitere Detailfragen im direkten Kontakt mit den Herstellern ableitfähiger Schutzhandschuhe zu klären.