Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Erforderliche persönliche Schutzausrüstung beim Betrieb einer Neutralisationsanlage für die Behandlung von Abwässern

KomNet Dialog 2299

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

Dialog
Favorit

Frage:

Wir betreiben eine Neutralisationsanlage für die Behandlung von Abwässern. Für den Betrieb der Anlage werden verdünnte Säuren und Laugen verwendet. Welche Vorschriften gelten für die persönliche Schutzausrüstung der Anlagenbediener? Welche Bestandteile sind für die persönliche Schutzausrüstung mindestens erforderlich? Ist die Installation einer Notdusche in diesem Raum erforderlich? Welche Vorschriften sind zu beachten?

Antwort:

Rechtlich fällt der Umgang mit Gefahrstoffen unter den Geltungsbereich der Gefahrstoffverordnung und den dazu veröffentlichten technischen Regeln für Gefahrstoffe – TRGS. Mitentscheidend für die Auswahl der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) sind die eingesetzten Stoffe. Da hilft also ein Blick in das (hoffentlich) mitgelieferte Sicherheitsdatenblatt bzw. auf die darauf basierenden arbeitsplatzbezogenen Betriebsanweisungen nach Gefahrstoffverordnung. Ohne genaue Kenntnis der eingesetzten Stoffe wird von hier aus auf jeden Fall eine rundum schließende Schutzbrille nach EN 166 sowie säuren- und laugenbeständige Handschuhe der Kategorie III nach EN 347 empfohlen. Je nach Art der auszuführenden Tätigkeiten und eingesetzten Stoffe kann weitere PSA, z.B. eine Chemikalienschutzschürze aus PVC oder sogar im Ausnahmefall geeigneter Atemschutz, erforderlich werden. Weitere Informationen sind nur möglich, wenn der Inhalt der Sicherheitsdatenblätter bekannt ist und die Tätigkeiten möglichst genau beschrieben werden. (Wird z.B. nur mit fertigen Ansatzlösungen umgegangen oder müssen die Verdünnungen erst hergestellt werden? Handelt es sich um offene oder geschlossene Systeme? Wird die Lösung beprobt ? etc.) Erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen müssen immer auf der Grundlage der vom Arbeitgeber zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung ergriffen werden. Es sollte daher zunächst, möglichst unter Beteiligung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes, in diese Gefährdungsbeurteilung Einsicht genommen werden. Dieses gilt auch für die Entscheidung bezüglich einer (Körper-/Augen-)Notdusche. Weitergehende Informationen mit Bezugsquellen im Internet z.B. unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/bp/index.html . Stand: 16.01.2004