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KomNet-Wissensdatenbank

Wann müssen Maschinen mit einem Not-Aus-Schalter ausgerüstet sein?

KomNet Dialog 22823

Stand: 03.01.2015

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Beschaffenheit von Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Wir haben Umreifungsmaschinen mit Kunststoffbändern zum Verschließen von Päckchen/Paketen usw. Manche Geräte haben einen Notausschalter, andere nicht. Sie sehen alle sehr ähnlich aus. Mir erschließt sich nicht, wann Notbefehlseinrichtungen notwendig sind und wann nicht? Was sind hier die Rechtsgrundlagen? Wann müssen gegebenenfalls ältere Maschinen nachgerüstet werden?

Antwort:

Eine Umreifungsmaschine ist eine Maschine i. S. der Maschinenrichtline 2006/48 EG (MRL). Hierzu existiert eine harmonisierte C-Norm:
DIN EN 415-8:2011-06„Sicherheit von Verpackungsmaschinen - Teil 8: Umreifungsmaschinen; Deutsche Fassung EN 415-8:2008.
Diese Norm behandelt folgende Maschinengruppen:
· Angetriebene Handumreifungsgeräte;
· Halbautomatische Umreifungsmaschinen;
· Automatische Umreifungsmaschinen;
· Horizontale Palettenumreifungsmaschinen;
· Vertikale Palettenumreifungsmaschine

Gemäß den elektrischen Anforderungen nach Ziff. 5.2.3.1.8 der v. g. Norm müssen Maschinen an jeder Steuerstation mit einem Not-Halt-Schalter ausgestattet sein, um die Maschine im Notfall still zu setzen. Eine Ausnahme besteht hier nur für Handumreifungsgeräte. Gem. Ziff. 5.3.3 „Steuerungen“ ist an angetriebenen Handumreifungsgeräten kein Not-Halt-Stellteil erforderlich.

Falls die Maschinen nicht nach der o. g. Norm gebaut wurden, ist im Rahmen der Risikobeurteilung nach MRL zu klären, warum an der betreffenden Maschine kein Not-Halt-Stellteil erforderlich ist. Im Normalfall wird der Hersteller Notbefehlseinrichtungen für erforderlich halten.

Die Notwendigkeit einer Notbefehlseinrichtung wird anschaulich in einer „Empfehlung des FB RCI – SG Maschinen der chemischen Industrie“ erläutert.

Ältere Maschinen (d. h. vor In­kraft­tre­ten der ersten MRL 1993 und Ablauf der Übergangsvorschrift 1995) müssen den Anforderungen gemäß § 7 „Anforderungen an die Beschaffenheit der Arbeitsmittel“ der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - entsprechen. Hierbei hat der Betreiber der Maschine im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV i. V. mit Anhang I festzulegen und zu dokumentiert, ob Notbefehlseinrichtungen erforderlich sind.

Maßgabe ist hier Nr. 2.3 des Anhangs I: Kraftbetriebene Arbeitsmittel müssen mit einer Befehlseinrichtung zum sicheren Stillsetzen des gesamten Arbeitsmittels ausgerüstet sein.