Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Ist eine regelmäßige Wiederholung der Vorsorgeuntersuchung bei Erzieherinnen notwendig, wenn ein ausreichender Impfschutz nachgewiesen werden kann?

KomNet Dialog 22582

Stand: 01.12.2014

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

Dialog
Favorit

Frage:

Notwendigkeit von wiederkehrenden Vorsorgen bei einer Gefährdung nach BioStoffVO /ArbMedVV bei einer Tätigkeit in der vorschulischen Kinderbetreuung. Ist eine regelmäßige Wiederholung der Erstuntersuchung / Vorsorge bei Erzieherinnen notwendig, wenn ein ausreichender Impfschutz gegen die in der ArbMedVV genannten Erreger nachgewiesen werden kann?

Antwort:

Im Anhang 1 Teil 2 (1) der ArbMedVV werden Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen einschließlich gentechnischer Arbeiten mit humanpathogenen Organismen benannt, welche eine Pflichtvorsorge erforderlich machen. Unter Punkt 3 werden nachfolgend aufgezählte nicht gezielte Tätigkeiten aufgeführt, die Pflichtvorsorge erforderlich machen. Hier findet sich unter dem weiteren Unterpunkt f: Tätigkeiten zur vorschulischen Betreuung von Kindern, Tätigkeiten mit regelmäßigem Kontakt zu Kindern hinsichtlich Bortedella pertussis, Masernvirus, Mumpsvirus, Rubivirus oder Varizella-Zoster-Virus.

Bei einer Tätigkeit als Erzieher/-in in einer Einrichtung der vorschulischen Kinderbetreuung ist daher nach Anhang ArbMedVV vom Arbeitgeber Pflichtvorsorge für die Beschäftigten zu veranlassen. Impfungen sind ein Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge und den Beschäftigten anzubieten, wenn das Risiko einer Infektion tätigkeitsbedingt und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist.

Sollte bei Beschäftigten durch eine Impfung oder eine durchgemachte Infektion bereits eine Immunität bestehen, erübrigt sich eine erneute Vorsorge bis zum Zeitpunkt einer ggf. erforderlichen Wiederholungsimpfung, bei einer lebenslangen Immunität ist die Durchführung weiterer Vorsorgen hinsichtlich dieser biologischen Arbeitsstoffe nicht mehr erforderlich. Ob und inwieweit dies zutrifft, muss der Arzt/ die Ärztin im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge feststellen.