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Ist es richtig, dass für Gebinde mit Kleinstmengen keine Kennzeichnungspflicht mit Gefahrensymbolen beseht?

KomNet Dialog 22548

Stand: 28.11.2014

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht > Allgemeine Informationen

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Frage:

Ist es richtig, dass für Gebinde mit Kleinstmengen keine Kennzeichnungspflicht mit Gefahrensymbolen beseht? Z.B. sind auf den Referenzsubstanzgebinden von Herstellerseite aus keine Gefahrensymbole. Es sind in der Regel weniger als 500 mg Menge enthalten. Welche Menge ist da die Höchstgrenze?

Antwort:

Auch Gebinde mit Kleinstmengen an Chemikalien sind zu kennzeichnen.
Die folgenden Vorschriften sind zur Anwendung zu bringen:

TRGS 201 - Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
(Hervorh. durch den Verfasser)

4.4.1 Stoffe und Gemische in StandgefäßenStandgefäße für Stoffe oder Gemische, in denen die für den Handgebrauch erforderlichen Mengen gelagert und zur Verwendung bereitgehalten werden, sind nach den Vorgaben gemäß Nummer 4.3 zu kennzeichnen. 4.3 Vorgaben zur Kennzeichnung(1) Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind die Kennzeichnungsvorschriften der Abschnitte 2 und 3 der GefStoffV anzuwenden. (2) Vorzugsweise ist dabei eine Kennzeichnung zu wählen, die der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung) oder - nach den Übergangsvorschriften dieser Verordnung - der Richtlinie 67/548/EWG bzw. der Richtlinie 1999/45/EG entspricht.3 (3) Eine vollständige Kennzeichnung bei Tätigkeiten enthält neben der Identifikation des Stoffes oder Gemisches die auf der Einstufung basierenden Kennzeichnungselemente; auf Grundlage der CLP-Verordnung sind dies: Gefahrenpiktogramme, Signalwort, Gefahren- und Sicherheitshinweise (H- und P-Sätze) sowie ggf. ergänzende Informationen. (4) Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass eine vollständige Kennzeichnung beiTätigkeiten nicht notwendig ist, kann eine vereinfachte Kennzeichnung angewendetwerden. Vereinfachungen, d.h. Abweichungen von der vollständigen Kennzeichnungsetzen eine entsprechende Betriebsanweisung mit der zugehörigen Unterweisung der Beschäftigten über die an den Arbeitsplätzen auftretenden Gefahren und die Beachtung der notwendigen Schutzmaßnahmen voraus. (5) Bei der vereinfachten Kennzeichnung sind mindestens die Bezeichnung des Stoffes bzw. Gemischs sowie die Gefahrenpiktogramm(e) (CLP-Verordnung) bzw.Gefahrensymbol(e) und Gefahrenbezeichnung(en) (RL 67/548/EWG bzw. RL 1999/45/EG) der jeweiligen Hauptgefahr(en)4 durch1. die physikalisch-chemischen,2. die gesundheitsgefährdenden und3. die umweltgefährlichen Wirkungen des Stoffes oder Gemisches anzugeben. (6) Ist bei vereinfachter Kennzeichnung die Aussagekraft der Gefahrenpiktogramme zu unspezifisch, um die Gefahr zu beschreiben, kann es erforderlich sein, denGefahrenhinweis, ggf. in geeigneter Weise verkürzt, oder andere Kurzinformationen (z.B. Bezeichnung der Gefahrenklasse) zu ergänzen. (7) Bei Gemischen ist die zusätzliche Angabe der Gefahr(en) auslösendenKomponente(n) in Abhängigkeit von der Gefährdungsbeurteilung sinnvoll. (8) Werden bei der Gefährdungsbeurteilung mehr als eine Hauptgefahr je Art der Gefahr (physikalisch-chemische Gefahren, Gesundheits- oder Umweltgefahren) ermittelt kann eine Reduzierung der Gefahrenpiktogramme erfolgen. Es wird folgende Rangfolge vorgeschlagen:1. Physikalisch-chemische Gefahren: GHS01 > GHS02 > GHS03 > GHS04;2. Gesundheitsgefahren: GHS06 und/oder GHS056 > GHS087 > GHS07;3. Umweltgefahren: GHS09 > GHS07. (9) Ist bei Kleinstgebinden, z.B. Ampullen, Probenahmeröhrchen, Vials für die Analytik, das Anbringen der Gefahrenpiktogramme aus Platzgründen nicht möglich, reicht die Angabe des Stoffnamens oder einer betriebsinternen Probenbezeichnung aus, wenn die Identifizierbarkeit in Verbindung mit den Vorgaben nach Nummer 4.3 Abs. 4 gewährleistet ist. (10) Eine Kennzeichnung auf einer entleerten Verpackung ist solange aufrecht zuerhalten, bis die Verpackung gereinigt worden ist. (11) Etiketten oder Kennzeichnungsschilder sind deutlich sichtbar und dauerhaftanzubringen und dürfen nicht überschrieben werden. Ungültig gewordenen Etiketten und Schilder sind zu entfernen, zu überkleben oder anderweitig unkenntlich zu machen. Etiketten sollten gegenüber Wasser und Lösemitteln beständig sein. Die Größe von Kennzeichnungen sollte sich nach der Erkennungsweite richten (siehe Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3).