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Arbeiten mit potentiell infektiösem Material: Welche medizinischen Maßnahmen sind nach einer Stich- oder Schnittverletzung erforderlich?

KomNet Dialog 2253

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Erste Hilfe

Dialog
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Frage:

Frage zu medizinischen Sofortmaßnahmen nach Stich- oder Schnittverletzungen: interessieren wuerden mich vor allem die unmittelbar nach der Verletzung vorzunehmenden medizinischen Maßnahmen, aber auch Umfang und Art der weitergehnden Untersuchungen beim zustaendigen Facharzt. Koennen Sie mir weiterhelfen oder vielleicht eine entsprechende Stelle nennen?

Antwort:

Bei Stich- und Schnittverletzungen während des Arbeitens mit biologischen Arbeitsstoffen, die potentiell infektiös sind, sollte umgehend ein Durchgangsarzt (sog. D-Arzt), d.h. ein speziell für das berufsgenossenschaftliche Verfahren zugelassener Arzt (zumeist niedergelassene Unfallchirurgen, chirurg. Ambulanzen der Krankenhäuser) aufgesucht werden, welcher dann über das weitere Vorgehen, z.B. eine Hepatitis B-Impfung oder ggf. auch Tetanus-Impfung entscheidet. Der Durchgangsarzt bestimmt außerdem durch eine Blutentnahme den augenblicklichen Antikörperstatus gegenüber Hepatitis/HIV, weitere Blutentnahmen folgen in gewissen berufsgenossenschaftlich vorgeschriebenen Zeitabständen, um eine Infektion z.B. mit Hepatitis B, C oder HIV auszuschließen. Dies dient auch der Beweissicherung, um versicherungsrechtliche Ansprüche im Falle einer Infektion gegenüber der Berufsgenossenschaft geltend machen zu können. Als Sofortmaßnahme vor Ort nach einer solchen Verletzung sollte eine Desinfektion der Wunde vorgenommen werden, und zwar mit einem Desinfekt, welches auch Hepatitis- und HIV-Viren abdeckt. Darüber hinaus sollten Sie sich bzgl. vorbeugender Maßnahmen, wie z.B. evtl. Hepatitisschutzimpfungen, geeignete persönliche Schutzausrüstung mit Ihrem zuständigen Betriebsarzt in Verbindung setzen.

Stand: November 2003