Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Fragen zum Umgang mit der Tinte eines Fotoprinters

KomNet Dialog 2241

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

Dialog
Favorit

Frage:

Es handelt sich um folgendes Problem: Ich arbeite in einem Photogroßlabor. Die Photos erhalten normalerweiße auf der Rückseite einen Aufruck mit Datum und Negativnummer. Diese dafür zuständigen Printer(ein Unterteil der eigentlichen Photoprinter) wurden vor 2-3 Monaten von der Geschäftsleitung abgestellt, da es angeblich eine neue EU-Verordnug gäbe und der Hersteller der Tinte nicht sicher sei, ob er sie einhalte. 2 Wochen später hieß es offiziel die Tinte sei harmlos, könne aber eventuell Schwangere schädigen. Jetzt werden diese Tintendrucker für einzelne Produkte wieder eingestellt(sprich einzelne Papiersorten). Der beißende Geruch und die Augenreizungen sind genauso wie vorher. Anhand der Betriebsanweisung gemäß Gefahrstoffverordnung enthält die Tinte folgende Bestandteile: Methylethylketon und Butanon/Ethylacetat/Ethanol/Methanol. Unsere Techniker müssen eine Atemschutzmaske tragen, wenn sie diese Teile der Photoprinter reinigen. Meine Frage ist jetzt: An wenn kann ich mich wenden, um nähere Informationen über die Arbeitschutzbestimmungen im Zusammenhang mit diesen Stoffen zu erfahren? Wer ist für eine Umluftmessung zuständig? Habe ich ein Recht zu erfahren, ob eine Messung durchgeführt wurde, von wem und mit welchen Ergebniss?

Antwort:

Die Tinte enthält eine Reihe von Gefahrstoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Erste Informationen über die Eigenschaften dieser Mischung und die Grenzwerte am Arbeitsplatz sind in dem zugehörigen Sicherheitsdatenblatt des Herstellers aufgeführt. Es kommt dabei entscheidend auf die Bestandteile und deren Konzentration in der Tinte an. Der Arbeitgeber ist nach § 7 der Gefahrstoffverordnung verpflichtet die gefährlichen Eigenschaften zu ermitteln und eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Ferner müssen die Arbeitnehmer im Umgang mit diesen Stoffen unterwiesen werden und diese Unterweisung schriftlich abzeichnen. Über eine Ersatzstoffprüfung ist zu beurteilen ob  weniger gefährliche Stoffe verfügbar sind. Die Unterrichtung der Arbeitnehmer ist in § 14 der Gefahrstoffverordnung geregelt: Sind Messungen durchgeführt worden, haben die Arbeitnehmer (bzw. der Betriebsrat) ein Recht auf Einsicht in die Messergebnisse. Eine ausdrückliche Messverpflichtung besteht aber nicht, wenn die Einhaltung der Grenzwerte auf andere Art und Weise sichergestellt wird (Berechnungsverfahren, Vergleichsmessungen an anderen Anlagen.) . Sie haben auch die Möglichkeit, den Betriebsarzt oder die Sicherheitsfachkraft auf das Thema anzusprechen. Auf § 17 Arbeitsschutzgesetz– Rechte der Beschäftigten - weisen wir hin.