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KomNet-Wissensdatenbank

Rufbereitschaft in einem Krankenhaus

KomNet Dialog 2215

Stand:

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (8.1.8)

Dialog
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Frage:

Ein Mitarbeiter unseres Krankenhauses soll Rufbereitschaftsdienst leisten. Jetzt wohnt er zu weit vom Krankenhaus entfernt. Wir würden ihm ein Zimmer im Wohnheim zur Verfügung stellen. Das Wohnheim liegt zwar auf dem Gelände, ist aber mit dem Krankenhaus nicht verbunden. Ergibt sich aus der zur Verfügungstellung des Zimmers automatisiert ein Bereitschaftsdienst/Anwesenheitsdienst. Was wäre ggf. zusätzlich zu beachten, damit es weiterhin Rufbereitschaftsdienst bleiben kann?

Antwort:

Bereitschaftsdienst liegt vor, wenn sich der Arbeitnehmer außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit an einer vom Arbeitgeber bestimmten Stelle aufhalten muss. Rufbereitschaft liegt vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer seinen Aufenthaltsort überlässt, der Arbeitnehmer aber dem Arbeitgeber die Stelle seines Aufenthaltes mitteilen muss. Wird der Arbeitnehmer verpflichtet, sich zu bestimmten Zeiten im Zimmer des Wohnheims aufzuhalten, liegt demzufolge Bereitschaftsdienst vor. Die alleinige Nutzung des Zimmers löst nicht automatisch Bereitschaftsdienst oder Rufbereitschaft aus. Hierzu bedarf es einer entsprechenden arbeitsvertraglichen Regelung (Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder einzelvertragliche Regelung). Weitere Informationen zum Thema werden im Internet z.B. unter http://www.bdc.de/bdc/bdc.nsf/0/B27D061F68BD69B7C1256D95003BAC75?OpenDocument angeboten. Stand: 28.10.2003