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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen zur aktiven Lagerung in Kunststoffkanistern (über 5 Liter) nur ableitfähige Behälter eingesetzt werden?

KomNet Dialog 21871

Stand: 27.08.2014

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten

Dialog
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Frage:

Sammeln von entzündbaren Flüssigkeiten in Kunststoffkanistern mit Fassungsvermögen von über 5 Liter Nach Außerkrafttreten der TRbF 20 sind zwar viele Bereiche in andere Normen (TRGS 510 etc.) übergegangen, zu Anhang J, 2.1 (2) finde ich aber keine Quelle, die angibt, dass zur aktiven Lagerung in Kunststoffkanistern 5 Liter nur ableitfähige Behälter verwendet werden dürfen. - Habe ich die neue Quelle lediglich nicht gefunden? - Kann die TRbF 20 ansonsten weiterhin als Grundlage zur Beurteilung herangezogen werden? - Wurde diese Vorschrift evt. gestrichen, weil sinnlos (kann ich mir nicht vorstellen)?

Antwort:

Der Ausschuss für Betriebssicherheit - ABS - hat als konkretisierendes Regelwerk zur Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - die Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS - erarbeitet. Hier sei zu der Fragestellung auf die TRBS 2152 „Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre“ ff und die TRBS 2153 „Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen“ verwiesen, in die - soweit erforderlich - Inhalte der zum 01. Januar 2013 außer Kraft getretenen Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten (TRbF) übernommen wurden. Darüber hinaus sind Inhalte der außer Kraft getretenen TRbF in Regelwerken zu anderen Arbeitsschutzverordnungen, insbesondere der Gefahrstoffverordnung - GefStoffV, aufgegangen. So finden sich in der Technischen Regel für Gefahrstoffe - TRGS - hier TRGS 510 "Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern" Anforderungen an die Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten.

Werden Tätigkeiten mit entzündbaren Flüssigkeiten (Gefahrstoffen) durchgeführt, sind diese separat in der Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" zu bewerten und die notwendigen Schutzmaßnahmen eigenverantwortlich zu ergreifen. Hierbei können die Regelungen der TRbF 20 weiterhin im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung als Erkenntnisquelle herangezogen werden, sofern sie den neuen Regelungen nicht entgegenstehen.