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Sind beim Umgang mit Verpackungsholz, das mit Brommethan begast wurde, Schutzmaßnahmen erforderlich?

KomNet Dialog 2180

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Begasungen

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Frage:

Für den Export von Holzverpackungen verlangen einige Staaten (z. B. USA, Canada, Mexico...)die Behandlung des Holzes mit Brommethan. Dieses Verpackungsholz wird imprägniert und an uns geliefert. Gibt es Untersuchungen über die Mengen, die nach Begasung von dem Holz noch freigesetzt werden? Müssen besondere Schutzmassnahmen getroffen werden, da bei uns kein direkter Umgang mit dem Brommethan erfolgt?

Antwort:

Begasungen sind unter § 9 Abs. 12 der Gefahrstoffverordnung i.V.m. Anhang III Nr. 5 und in der Technischen Regel für Gefahrstoffe - TRGS 512 – Begasungen, Ausgabe Mai 2002 (BArbBl. 5/2002 S. 83) in der Fassung Juni 2004 (BArbBl. 6/2004, S. 54) geregelt. Nach Ziffer 9.1.3 muss nach der Begasung das mit Begasungsmitteln behandelte Gut ausgegast werden. Die Ausgasung ist grundsätzlich in der Begasungsanlage, die mit einem Ausgasungsprogramm ausgestattet sein muss, soweit durchzuführen, dass beim Öffnen der Anlage die Spitzenbegrenzung für das Begasungsmittel nicht überschritten wird. Darüber hinaus darf gemäss Ziffer 11 der Begasungsleiter begaste Güter erst freigeben, wenn durch geeignete Nachweisverfahren sichergestellt ist, dass keine Gefährdung mehr durch Begasungsmittel besteht. Eine einfache Möglichkeit für die Sicherstellung eines ungefährlichen Umgangs ist es, sich vom Lieferanten die Freigabe des Holzes für jede Charge bestätigen zu lassen, insbesondere aber, sich das Nachweisverfahren beschreiben zu lassen und ggf. von einer dritten Stelle beurteilen zu lassen. Wird Holz angeliefert, bei dem das Begasungsverfahren nicht zweifelsfrei abgeschlossen ist, bzw. der Lieferant für die Freigabe des Holzes keine Erklärung abgibt (z.B. bei Containerbegasungen), darf die Freigabe nur durch einen verantwortlichen Begasungsleiter mit ausreichendem Befähigungsschein erteilt werden. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, mit der zuständigen Arbeitsschutzbehörde (Amt für Arbeitsschutz/Gewerbeaufsichtsamt) Kontakt aufzunehmen.