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Gibt es Gesetze oder Vorschriften für die Bauweise von Besprechungsräumen im Hinblick auf Glas- bzw. Fensterflächen?

KomNet Dialog 2177

Stand: 16.07.2009

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Sicherer Transport

Dialog
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Frage:

Gibt es Gesetze, Empfehlungen und/oder Vorschriften für die Bauweise von Besprechungsräumen? Unser Arbeitgeber will in Kürze zwei neue Verwaltungsgebäude bauen und plant in diesem Zusammenhang grundsätzlich alle Besprechungsräume nur mit Glaswänden bzw. großen Fensterflächen zu errichten. Uns als Betriebsrat wurde als Begründung mitgeteilt, dass man alle Räume aus Personen- und Brandschutzgründen direkt einsehen müssen kann. Leider sagt man uns nicht, auf welche Richtlinien man sich bezieht, denn wir würden gerne erreichen, dass nicht alle Räume (z.B. das Betriebsratszimmer, in dem auch Beratungsgespräche stattfinden) mit Glaswänden oder großen Fenstern ohne Vorhang errichtet werden.

Antwort:

Aus arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften werden Glaswände bzw. Fensterflächen zur Einsicht in Besprechungsräume im allgemeinen nicht gefordert (Ausnahmen z.B. Einzelarbeitsplätze). Zu beachten ist allerdings, dass die Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV i.V.m. den Arbeitsstättenrichtlinien -ASR fordert, dass die Arbeitnehmer grundsätzlich eine Sichtverbindung nach außen haben müssen (§ 7 ArbStättV), wobei auch indirekte Sichtverbindungen zugelassen werden. Nach der derzeit gültigen ArbStättV und den ASR sollen gemäß Ziffer 2.4 der ASR 7/1 sich die als Sichtverbindung erforderlichen Flächen nach der jeweiligen Raumgrundfläche richten. Für Räume mit einer Grundfläche bis zu 600 m2 soll die Gesamtfläche der Sichtverbindungen 1/10 der Raumgrundflächen betragen. Fenster und Oberlichter müssen so beschaffen oder mit Einrichtungen versehen sein, dass die Räume gegen unmittelbare Sonneneinstrahlung abgeschirmt werden können (§ 9 Abs.2 ArbStättV). Der Arbeitgeber ist gemäß Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen unter Beteiligung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes vorzunehmen und diese zu dokumentieren. Aus der Gefährdungsbeurteilung müssen die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen hervorgehen. Im Rahmen einer Arbeitsschutzausschusssitzung gemäß Arbeitssicherheitsgesetz hat der Betriebsrat z.B die Möglichkeit, das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung einzusehen und mit dem Arbeitgeber zu erörtern. Rechtsvorschriften des Arbeitsschutzes werden im Internet z.B. unter http://de.osha.eu.int/de/gfx/legislation.php oder http://www.gewerbeaufsicht.baden-wuerttemberg.de/Vorschriften/Vorschriften.html angeboten. Stand: 14.10.2003