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Welche Vorschriften gelten für den Transport von Gaskartuschen mit aufgeschraubtem Brenner?

KomNet Dialog 21754

Stand: 08.08.2014

Kategorie: Sicherer Transport > Beförderung gefährlicher Güter > Gefahrguttransport

Dialog
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Frage:

Für Gasflaschen gibt es eindeutige Regelungen für den Transport (ohne Amaturen, mit Schutzkappe,etc.) Wie ist es mit dem Transport von Gaskartuschen mit aufgeschraubtem Brenner? Im konkreten Fall wird für die Tätigkeit ein Gaskartuschenbrenner benötigt, um für die Entnahme von Wasserproben die Probennahmestelle thermisch zu desinfizieren. Ist ist gestattet bzw. wird an irgendeiner Stelle explizit verboten, Gaskartuschenbrenner in einem Fahrzeug (PKW) im betriebsbereiten Zustand (Brenner auf die Gaskartusche aufgeschraubt) zu transportieren? Kennzeichnung und Verpackung nach Gefahrgutrechtsind nicht zwingend erforderlich aufgrund der Handwerkerregelung (Brenner wird zur Tätigkeit benötigt). Gibt es weitere Vorschriften? Der Brenner wird sicher im Fahrzeug verstaut, Sonneneinstrahlung vermieden. Es kommen Gasbrenner mit Schraubverbindung zum Einsatz, welche gegenüber sog. Einstichkartuschen eine höhere Dichtigkeit aufweisen.

Antwort:

Nach den Rechtsvorschriften zur Beförderung gefährlicher Güter werden Gaskartuschen zur UN 2037 "Gefässe, klein, mit Gas (Gaspatronen), ohne Entnahmeeinrichtung, nicht nachfüllbar" (Gefahrklasse 2/5F ADR) assimiliert. Die Bau- und Prüfvorschriften ergeben sich dabei aus dem Kapitel 6.2 ADR. Nach dem Absatz 6.2.1.3.2 ADR müssen alle Bedienungseinrichtungen so ausgelegt werden, dass während der Beförderung ein Freisetzen des Inhaltes verhindert wird.

Diese grundsätzliche Forderung schließt die Kombination Gaskartusche und aufgeschraubte Verbrauchseinrichtungen aus.

Bei den berufsgenossenschaftlichen Regelsätzen gehen zwei Vorschriften auf die Beförderung von Gaskartuschen ein.

1. Sichere Beförderung von Flüssiggasflaschen und Druckgaspackungen mit Fahrzeugen auf der Straße (DGUV Information 210-001, bisher BGI/GUV-I 590, Stand: August 2012).
Unter dem Abschnitt 6.1 werden die Mindestanforderungen beschrieben mit dem Grundsatz "das Austreten von Flüssiggas zu vermeiden".

2. Sichere Verwendung von Flüssiggas in Metallbetrieben (DGUV Information 210-002 bisher: BGI 645, Abschnitt 13).
Wegen der besonderen Gefährdungen beim Einsatz von Gaskartuschen ist sorgfältig zu prüfen, ob eine Verwendung ohne vermeidbare Gefährdungen der Beschäftigten möglich ist. Meist ist der Einsatz von Gaskartuschen im gewerblichen Bereich auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Insbesondere bei der Verwendung an mobilen Arbeitsplätzen und unter rauen Einsatzbedingungen ist der Einsatz problematisch. Bei gewerblichen Bauarbeiten ist die Versorgung von Verbrauchsanlagen aus Einwegbehältern aufgrund der in diesem Abschnitt beschriebenen besonderen Gefährdungen verboten! Einwegkartuschen mit eingesetzten Brennern dürfen nicht in Räumen unter Erdgleiche, unbelüfteten Behältnissen (z. B. Schubläden, Werkzeugkästen, Schränke) oder Fahrzeug-Führerhäusern aufbewahrt werden.

Fazit:
Sowohl nach dem Recht der Unfallversicherungsträger als auch nach dem Gefahrgutrecht ist der Transport in der von Ihnen genannten Form nicht erlaubt. Die Handwerkerregelung kann unserer Einschätzung nach nicht in Anspruch genommen werden, da für die Anwendung Massnahmen zu treffen sind, die unter normalen Beförderungsbedingungen ein Freiwerden des Inhalts verhindern. Diese Bedingungen werden bei den Gaskartuschen mit aufgesetzten Brenner nicht erfüllt.