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Braucht man um Schwerlastregale aufzubauen zu können, eine spezielle Ausbildung? Wie muss ein Schwerlastregal aufgebaut werden?

KomNet Dialog 21629

Stand: 23.07.2014

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Inbetriebnahme

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Frage:

Braucht man um Schwerlastregale aufzubauen zu können, eine spezielle Ausbildung? Wie muss ein Schwerlastregal aufgebaut werden?

Antwort:

Ein "Schwerlastregal" ist nicht unbedingt als eigener Regal-Typ zu sehen, sondern vielmehr als eine besonders für "schwere Lasten" ausgelegte Form der Ausführung eines Regales, z. B. eines Kragarm-, Auszugs-, Fachboden- oder Palettenregales. Die Regalkonstruktion gesamt und die Fachböden, Auszüge oder Kragarme sind dabei für besonders hohe Belastungen ausgeführt. Die zulässigen Fachlasten können dabei auch weit über 1.000 kg und höher liegen. Zusätzlich zur hohen Traglastkapazität sind derartige Regalsysteme auch besonders für die einwirkenden Kräfte beim Ein- und Auslagern schwerer Güter ausgelegt.

Welche Qualifikation die Arbeitnehmer für den Aufbau von Regalen haben müssen, liegt im Ermessen bzw. in der Entscheidungsverantwortung des Arbeitgebers.

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - i. V. m. § 3 der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung, hier speziell für den Aufbau bzw. die Montage des Regals, zu erstellen. Hierbei hat er mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminderung eigenverantwortlich festzulegen und diese umzusetzen.

In die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sind die Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS - insbesondere die TRBS 1111 "Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung" sowie die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regelwerke, wie z. B. die DGUV Vorschrift "Grundsätze der Prävention" (bisher BGV A1), die DGUV Regel 108-007 "Lagereinrichtungen und Geräte" (bisher BGR 234) und die Aufbau- und Montageanweisung der Hersteller von Regalen einzubeziehen.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG hinreichend zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung wird der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützt.