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KomNet-Wissensdatenbank

Beschäftigung von Praktikanten (Schülern) in risikobehafteten Bereichen

KomNet Dialog 2158

Stand: 24.10.2003

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Kinder, Jugendliche, Auszubildende > Arbeiten im Rahmen der Ausbildung

Dialog
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Frage:

Wie ist der Umgang/Beschäftigung von Praktikanten zu bewerten? Vor allem, wenn es sich um Minderjährige (schulpflichtige Jugendliche) die eine Praktikumszeit von 2 – 6 Wo ableisten („müssen“), vor allem in risikobehafteten Branchen (Schlossereien, …). Was ist bezüglich Unterweisung festzustellen? Welche Rechtsvorschriften außer Jugendarbeitsschutzgesetz sind zu beachten? Wenn es zu einem Unfall kommt (Bsp. Unachtsamkeit des Schülers auf einer Baustelle, Neckereien untereinander bei mehreren Schülern, …) wie ist die Verantwortlichkeit, Haftung, usw. zu beurteilen? Wo und wie ist der Schüler versichert, welche Anforderungen gehen aus dieser Versicherung hervor. Gibt es Leitfäden Präzedenzfälle Handlungshilfen usw.? Welche Pflichten hat die Schule, der Unternehmer, der Schüler, die Eltern?

Antwort:

Die Dauer eines Schülerbetriebspraktikums beträgt erfahrungsgemäß 2-3 Wochen. Es soll den Schülerinnen und Schülern in erster Linie der Berufsvorbereitung und -orientierung dienen. In Betriebsbereichen in denen Gefahren bestehen, gelten für Praktikanten und in der Regel auch für Auszubildende Beschäfti-gungsverbote und Beschränkungen. So dürfen gefährliche Anlagen, Maschinen, Werkzeuge und Arbeitsstoffe erst ab einem bestimmten Alter, z.B. 16 Jahre, und nur unter fachkundiger Aufsicht und zum Zweck der Ausbildung genutzt werden. Im Rahmen des Schulunterrichts werden die Schülerinnen und Schüler auf ihr Praktikum vorbereitet und von den Lehrkräften auch vor Ort betreut. Die Arbeitgeber müssen auf Gefahren, Beschäftigungsverbote und Beschränkungen hinweisen und die für Praktikanten geltenden Schutzbestimmungen, z.B. Arbeitszeit von max. 7 Std. täglich und 35 Std. wöchentlich, beachten. Neben dem Jugendarbeitsschutzgesetz hat der Arbeitgeber alle übrigen geltenden Arbeitsschutzvorschriften zu beachten. Dazu gehören neben den Gesetzen und Verordnungen, z.B. Gefahrstoffver-ordnung, auch die anerkannten Regelwerke der Technik sowie arbeitsmedizinische Erkenntnisse. Die Schülerinnen und Schüler sind auch für die Dauer des Praktikums über die Gemeindeunfallversicherung versichert. Die Frage nach den Anforderungen ist mit dem zuständigen Versicherungsträger zu klären. Bei der Arbeitsschutzverwaltung in NRW (www.arbeitsschutz.nrw.de) ist zu diesem Thema das Infoblatt `Leitfaden für das Schülerbetriebspraktikum` für verschiedene Betriebsarten erhältlich. Es informiert über Gefahren, Beschäftigungsverbote und Beschränkungen.