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Müssen Gefahrstoffschränke, in denen Aerosolgaspackungen (Spraydosen) gelagert werden, belüftet werden?

KomNet Dialog 21325

Stand: 11.06.2014

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen

Dialog
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Frage:

Müssen Gefahrstoffschränke in denen Aerosolgaspackungen (Spraydosen) gelagert werden belüftet werden oder nicht? Vorgabe aus der TRGS 510 (Anlage 3 Punkt 1 Unterpunkt 8) Gefahrstoffe mit Zündtemperaturen unter 200 °C (beispielsweise Schwefelkohlenstoff) sowie Gefahrstoffe eingestuft mit R12 oder H224 dürfen nur in belüfteten Sicherheitsschränken mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von mindestens 90 Minuten gelagert werden; dabei muss eine frühzeitige Branderkennung und -bekämpfung sichergestellt sein. Bedeutung in der Praxis Aerosolgaspackungen (Spraydosen) sind zur Zeit R12 eingestufte Gefahrstoffe und dürfen daher nach TRGS 510 streng genommen nur in techn. gelüfteten Sicherheitsschränken gelagert werden. Im Rahmen der Harmonisierung der Einstufung und Kennzeichnung (GHS-Verordnung) sind für Aerosole anstelle der R12-Kennzeichnung die Sätze H222 - extrem entzündbares Aerosol bzw. H223 - entzündbares Aerosol vorgesehen. Eine technische Lüftung von Sicherheitsschränken wäre dann nicht mehr notwendig.

Antwort:

Die hier dargestellten Sachverhalte sind richtig dargestellt. Somit entfällt diese Verpflichtung mit Ende der Übergangsfrist nach GHS zum 01.06.2015.

Grundsätzlich bleibt aber die Verpflichtung bestehen, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (GBU) eine sichere Lagerung von Aerosolgasverpackungen sicherzustellen. Insbesondere im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes ist die Brandlast generell so niedrig wie möglich zu halten. Daher ist immer im Rahmen der GBU zu prüfen, inwieweit in diesem Arbeitsraum auch noch andere Stoffe gelagert werden, die, auch wenn die Aeorsole im Sicherheitschrank ohne Lüftung gelagert werden, die Gefahrensituation im Brandfall erhelblich erhöhen.

Dies sollte im Einzelfall immer betrachtet werden.