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Welche Qualifikation und Kenntnisse sind für die Durchführung einer Unterweisung beim Betrieb eines anzeigepflichtigen Vollschutzgerätes mit Bauartzulassung (RöV) erforderlich?

KomNet Dialog 21020

Stand: 28.04.2014

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Röntgeneinrichtungen, Störstrahler

Dialog
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Frage:

Welche Qualifikation und Kenntnisse sind für die Durchführung einer Unterweisung beim Betrieb eines anzeigepflichtigen Vollschutzgerätes mit Bauartzulassung gem Röntgenverordnung erforderlich? Wir betreiben in dem betroffenen Bereich ein anzeigepflichtiges Vollschutzgerät mit Bauartzulassung, für das nach RöV kein Strahlenschutzbeauftragter geschult und benannt werden muss. Aus meiner Sicht fällt aber der zuständige Bereich unter die Unterweisungspflicht nach RöV §36, da es dort in Absatz (1) folgendermaßen heißt: ".....Satz 1 gilt entsprechend auch für Personen, die außerhalb des Kontrollbereichs Röntgenstrahlung anwenden, soweit diese Tätigkeit der Genehmigung oder der Anzeige bedarf....."

Antwort:

Gemäß § 36 der Röntgenverordnung (RöV) müssen alle Personen unterwiesen werden, die Zutritt zu Kontrollbereichen haben oder Tätigkeiten durchführen, die eine Anzeige oder Genehmigung nach der RöV bedürfen. Des Weiteren muss der Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisung dokumentiert werden. Die unterwiesene Person hat den Nachweis/Dokumentation zu unterzeichnen. Die Aufbewahrungsfrist für den Betreiber beträgt 5 Jahre.

Da der Betrieb eines bauartzugelassenen Vollschutzgerätes gem. § 4 RöV anzeigepflichtig ist, besteht somit auch die formalrechtliche Unterweisungs- und Dokumentationspflicht gem. § 36 RöV.

Da für den Betrieb eines bauartzugelassenen Vollschutzgerätes gem. § 4 RöV keine Strahlenschutzbeauftragten (SSB) gefordert werden, muss die Unterweisung durch den Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) sichergestellt werden. Die Unterweisung muss jedoch nicht zwingend durch den SSV persönlich erfolgen. So bestehen grundsätzlich keine Bedenken, wenn die Unterweisung durch eine andere, entsprechend qualifizierter Person durchgeführt wird. Eine spezielle Fachkunde gem. RöV wird nicht gefordert, wichtig ist aber, dass die Unterweisung sachgerecht und mit der entsprechenden Fachkompetenz erfolgt.

Auch besteht die Möglichkeit, die aufgrund der RöV erforderlichen Unterweisung mit einer sonstigen arbeitsschutzrechtlichen Unterweisung, z.B. nach dem Arbeitsschutzgesetz zu verbinden.


Weiterer Hinweis:

Neben der geforderten Unterweisungspflicht gem. § 36 RöV besteht zusätzlich noch die Pflicht der Ersteinweisung des Herstellers oder Lieferanten gem. § 18 Abs. 1 RöV.

Die sachgerechte Handhabung von Röntgeneinrichtungen (hierzu zählt auch ein Vollschutzgerät mit Bauartzulassung), hat erhebliche Bedeutung für den Strahlenschutz. So sieht die RöV vor, dass Beschäftigte vor der erstmaligen Bedienung und nach Änderungen, die Einfluss auf die sachgerechte Handhabung haben, theoretisch und praktisch eingewiesen werden müssen.Diese Einweisung muss anhand einer deutschsprachigen Gebrauchsanweisung durch eine entsprechende qualifizierte Person des Herstellers oder Lieferanten erfolgen. Über die Einweisung sind Aufzeichnungen anzufertigen und für die Dauer des Betriebs aufzubewahren. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, Zweifelsfragen bei der Bedienung der Röntgeneinrichtung schnell und zuverlässig zu klären.

Somit könnten ggf. auch die eingewiesenen Personen (entsprechend qualifizierte Person) die Unterweisung im Namen/Auftrag des SSV übernehmen.