Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Ab wann muss ein CO-Fluchtfilter getragen werden?

KomNet Dialog 2020

Stand: 04.04.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

Dialog
Favorit

Frage:

Ist es unbedingt erforderlich, dass in einem Betriebsteil, in dem CO (Kohlenstoffmonoxid)vorhanden ist ein CO-Fluchtfilter getragen werden muß, oder reicht es aus, einen sog. Auer Minifluchtfilter zu benutzen. CO ist ein Bestandteil eines Mischgases. Durch mögliche Leckagen austretendes Gasgemisch besteht aus Ethylen, Sauerstoff, CO.

Antwort:

Bei dem angesprochenen Auer Minifluchtfilter handelt es sich um ein zum einmaligen Gebrauch als Kurzzeitfluchtgerät zu nutzendes Gerät. Es dient also dazu, einen Gefahrenbereich fluchtartig verlassen zu können. Laut Herstellerangaben (http://www.auer.de) ist es nicht geeignet für - Rauchgase (Kohlenmonoxid) - Sauerstoffarmen Atmosphären (Gerät ist von der Umgebungsatmosphäre abhängig!).

In dem Gefahrstoffinformationssystem der gewerblichen Berufsgenossenschaften –GESTIS-Stoffdatenbank- http://www.dguv.de/ifa/de/gestis/index.jsp  werden im Stoffdatenblatt zu Kohlenmonoxid (CO) u.a. folgende Informationen gegeben: „Atemschutz : In Ausnahmesituationen (z.B. unbeabsichtigte Stofffreisetzung, Arbeitsplatzgrenzwertüberschreitung) ist das Tragen von Atemschutz erforderlich. Dabei sind die Tragezeitbegrenzungen beachten.

Als Atemschutzgerät kann ein Spezialgasfilter CO mit der Kennfarbe schwarz eingesetzt werden oder ein Isoliergerät bei Konzentrationen die über der Anwendungsgrenze von Filtergeräten liegen und bei Sauerstoffgehalten unter 17 Vol% oder bei unklaren Bedingungen verwendet werden. Einzelheiten zu Einsatzvoraussetzungen und maximalen Einsatzkonzentrationen sind den "Regeln für den Einsatz von Atemschutzgeräten" (BGR 190) zu entnehmen.

Fluchtfilter, die durch den Arbeitgeber bereitgestellt werden, müssen für die zu erwartenden Gase und Gasgemische geeignet sein.“ Weitere Informationen sind dem CO-Stoffdatenblatt zu entnehmen.

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die von einem CO-Austritt ausgehenden möglichen Gefährdungen ermitteln und geeignete technische bzw. organisatorische Sicherheitsvorkehrungen vorsehen. Dabei muss er auch festlegen ob ein Fluchtgerät ausreichend ist oder ein Isoliergerät bereitgehalten werden muss.