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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Bohren in Asbestzement in einem Kanalrohr einzuhalten?

KomNet Dialog 2015

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

Dialog
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Frage:

Wir beraten unsere Kunden unter anderem bei der Errichtung von Telekommunikationsnetzen. In einem aktuellen Fall soll mit einem Bohr-/Dübelverfahren in bekriechbaren Abwasserkanälen aus Asbestzementrohren eine Leerrohranlage für den Kabeleinzug manuell montiert werden. Das Verfahen wurde schon vielfach in Betonrohren angewendet und entspricht dem Stand der Technik. Welche Sicherheitsmaßnahmen sind bei dieser Art von Arbeiten (Bohren an Asbestzement in einem Kanalrohr) grundsätzlich einzuhalten?

Antwort:

Arbeitnehmer dürfen asbesthaltigen Gefahrstoffen grundsätzlich nicht ausgesetzt werden (Expositionsverbot gemäß § 15 a Gefahrstoffverordnung – GefStoffV). Davon ausgenommen sind Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten. Aus der Fragestellung geht nicht hervor, dass es sich bei den vorgesehenen Arbeiten um Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten im Sinne des § 15a Abs. 1 Ziffer 1 GefStoffV handelt. Das Anbohren der Asbestzementrohre wäre demzufolge verboten und es müsste ein Ersatzverfahren gewählt werden, bei dem eine Exposition mit asbesthaltigen Gefahrstoffen ausgeschlossen ist. Könnte die vorgesehene Tätigkeit unter den Begriff Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten gefasst werden, greifen die Umgangsvorschriften des sechsten Abschnitts der Gefahrstoffverordnung in Verbindung mit den Technischen Regeln für Gefahrstoffe – TRGS 519. Es wäre dann u.a. zu prüfen, ob ein geprüftes Verfahren für Arbeiten mit geringer Exposition gemäß Nr. 2.10 Abs. 8 TRGS 519 angewandt werden könnte. Informationen zu Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (BGI 664) bietet das berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz im Internet unter http://www.hvbg.de/d/bia/pra/asbest/asbest.htm an. Die Gefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln und festlegen. Stand: 09.07.2003