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Welche Inhalte sollte eine Vorsorgeuntersuchung bei Exposition durch inkohärente optische Strahlung haben und wer darf diese durchführen?

KomNet Dialog 20149

Stand: 13.01.2014

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungsinhalte

Dialog
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Frage:

In der ArbMedVV ist die Exposition durch inkohärente optische Strahlung bei Überschreiten entsprechender Grenzwerte als Pflichtvorsorge aufgeführt. In der "blauen Bibel" gibt es aber keinen entsprechenden Grundsatz. Welche Inhalte sollte so eine Vorsorge haben und muß ein Augenarzt hinzugezogen werden?

Antwort:

In § 6 der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) sind Expositionsgrenzwerte für inkohärente optische Strahlung als auch für Laserstrahlung festgelegt. Es sind dort allerdings keine konkreten Werte angegeben, stattdessen wird auf Anhang I der EU-Richtlinie 2006/25/EG verwiesen, dem die Expositionsgrenzwerte entnommen werden können.

Der Arbeitsgeber hat eine Pflichtvorsorge vor Aufnahme der Tätigkeit und nachfolgend in regelmäßigen Abständen zu veranlassen, wenn die Expositionsgrenzwerte für künstliche inkohärente optische Strahlung, ohne Berücksichtigung der persönlichen Schutzausrüstung des Beschäftigten, überschritten werden. Dies ist beispielsweise an Schweißarbeitsplätzen sowie bei Tätigkeiten am Hochofen oder an offenen Metall- oder Glasschmelzen der Fall.

Weitere Informationen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge sind in Teil 1 Abschnitt 5 der neuen Technischen Regeln zu inkohärenter optischer Strahlung TROS IOS Teil 1"Beurteilung der Gefährdung durch inkohärente optische Strahlung" zu finden.

Der Grundsatz zur arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung G17 „Künstliche optische Strahlung“ wird Ende 2014 als Gesamtausgabe in dem Buch „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erscheinen. Die vorläufige Version dieses Grundsatzes wurde zudem in der Zeitschrift ASU – Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin, Ausgabe 10/2012 vorgestellt. Der Grundsatz wurde bearbeitet vom Ausschuss Arbeitsmedizin der Gesetzlichen Unfallversicherung, Arbeitskreis 1.9 „Optische Strahlung“. Obmann des Arbeitskreises ist Dr. rer. nat. Wolfgang Marschner, Berufsgenossenschaft Holz und Metall, Düsseldorf.

Die neuen Technischen Regeln zur Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (TROS Inkohärente optische Strahlung) stehen auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kostenlos zum Download zur Verfügung. Sie konkretisieren die Anforderungen der OStrV und der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

Prinzipiell können arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach der ArbMedVV und den auf diese verweisenden Verordnungen von allen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, die eine anerkannte arbeitsmedizinische Qualifikation besitzen (FA Arbeitsmedizin; Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin). Sollten einzelne Untersuchungsteile mangels entsprechender apparativer Ausrüstung oder fehlender eigener Erfahrung nicht selbst durchgeführt werden können, kann eine entsprechende Konsiliaruntersuchung durch eine entsprechend qualifizierte Ärztin bzw. durch einen entsprechend qualifizierten Arzt erbracht werden. In jedem Fall obliegt die abschließende arbeitsmedizinische Beurteilung der Arbeitsmedizinerin bzw. dem Arbeitsmediziner oder der Betriebsärztin bzw. dem Betriebsarzt.