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Darf eine Exzenterpresse ohne Zugriffschutz und ohne 2-Hand-Auslösung betrieben werden, wenn der Spalt zwischen Ober- und Unterteil des Stanz-Werkzeuges kleiner 4 mm ist?

KomNet Dialog 19961

Stand: 05.12.2013

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Beschaffenheit von Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Darf eine Exzenterpresse ohne Zugriffschutz (z.B. BWS, trennende Schutzeinrichtung) am Werkzeug und ohne 2-Hand-Auslösung betrieben werden, wenn der Spalt zwischen Ober- und Unterteil des Stanz-Werkzeuges kleiner 4 mm ist? Es sollen Dichtungen aus Restmaterialien in unterschiedlichster Form gestanzt werden. Dafür ist es notwendig, dass der Mitarbeiter die Reststücke frei beweglich einlegt und festhält. Die Auslösung soll über einen Fußschalter erfolgen.

Antwort:


Hinsichtlich der Sicherheitstechnik bei der Bedienung solcher Pressen kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass eine Benutzung nur mit

a) einer trennenden / nichttrennenden Schutzeinrichtung (z. B. Zweihandsteuerung, Lichtvorhang ...) erfolgen darf
    oder
b) ein sicheres Werkzeug verwendet wird.

Der nach dem Einrichten erforderliche Prüfumfang hinsichtlich des sicheren Zustandes der Presse ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - in Verbindung mit § 3 Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - festzulegen. Hier muss unter Beachtung des § 10 Abs. 3 BetrSichV in Verbindung mit der BGR 500"Betreiben von Arbeitsmitteln", Kapitel 2.3 "Pressen der Metallverarbeitung", Abschnitt 3.5 und der BGI 551"Presseneinrichter" eine Überprüfung der Presse vor Inbetriebnahme durch eine Kontrollperson (befähigte Person (TRBS 1203 "Befähigte Personen")), die nicht der Einrichter selber sein darf, vorgesehen werden.

Bei der Beurteilung der Gefahrenstelle am Werkzeug ist hinsichtlich des Hineingreifens in den Gefahrenbereich die DIN ISO 13857"obere Gliedmaße - Sicherheitsabstände" zu beachten. Hiernach ist bei einer schlitzförmigen Öffnung kleiner gleich 4 mm ein Sicherheitsabstand von 2 mm zur Gefahrenstelle erforderlich.

Siehe auch das Merkblatt der BG ETEM.