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Unter welchen Bedingungen darf ein Handhubwagen auf einer schiefen Ebene geführt werden und wie ist dann die Last beim Bergauf-/Bergabfahren zu führen?

KomNet Dialog 19926

Stand: 03.12.2013

Kategorie: Sicherer Transport > Innerbetrieblicher Transport > Flurförderzeuge, Gabelstapler

Dialog
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Frage:

Unter welchen Bedingungen darf ein Handgabelhubwagen auf einer schiefen Ebene geführt werden, und wie ist dann die Last beim Bergau-/Bergabfahren zu führen (berg- oder talseits)? Gilt hier auch BGV D27 § 12 (7), wonach beim Befahren von Gefällen und Steigungen mit Gabelstaplern die Last bergseitig geführt werden muss? Oder muss die Last immer bei Handgabelhubwagen immer talwärts geführt werden wie bei der BGN-Fleischwirtschaft gezeigt - siehe http://www.bgn-fleischwirtschaft.de/fileadmin/user_upload/pdf/sicherheit/unterweisung/Hubwagen_Hubstapler.pdf und dort Seite 4 und http://www.bgn-fleischwirtschaft.de/no_cache/praevention/schwerpunktaktionen/risiko-raus/innerbetrieblicher-transport/hubwagen/?sword_list[0]=hubwagen. Wenn erlaubt, - muss der Handgabelhubwagen über eine Bremse verfügen oder ist die Möglichkeit eines schnellen Herablassens der Last durch Betätigung des Bedienhebels ausreichend? - kann man das Befahren dann einzig von der Steigung und der Art des Bodenbelags abhängig machen oder muss man auch die körpferliche Konstittution des Bedieners betrachten?

Antwort:

Der § 12 (7) der BGV -D27 bezieht sich auf Gabelstapler (*). Deswegen ist diese Regel nicht auf Handgabelhubwagen anzuwenden. Wie den Informationen der BGN zu entnehmen ist, ist die Verletzungsgefahr für den Fahrer geringer, wenn an Steigungen und Gefällen sich die Last stets talseitig und der Fahrer bergseitig befindet.

Werden die Handgabelhubwagen regelmäßig beim Befahren von Gefällen und Steigungen eingesetzt, empfiehlt sich der Einsatz eines Hubwagens mit entsprechender Bremse. Das schnelle Herablassen der Last durch Betätigung des Bedienhebels dürfte im Falle eines Unfalls nicht ausreichend sein. Hierdurch kann eine hohe Verletzungsgefahr für den Beschäftigten entstehen.

Nach § 7 der BGV A1 darf der Unternehmer Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage sind, eine Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, mit dieser Arbeit nicht beschäftigen. Hieraus folgt, dass auch die körperliche Konstitution mit zu berücksichtigen ist.

Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz -ArbSchG- sind der Umgang mit dem Hubwagen zu betrachten und die entsprechenden Maßnahmen eigenverantwortlich festzulegen. Diese sind nach § 6 ArbSchG zu dokumentieren. Hierbei kann der Arbeitgeber sich durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützen lassen.

(*) Der Begriff Gabelstapler wird zwar in der BGV -D27 nicht näher erläutert jedoch finden sich entsprechende Definitionen in anderen Fundquellen.

Der Duden definiert einen Gabelstapler folgendermaßen:

kleineres, motorgetriebenes Fahrzeug, das an seiner Vorderseite mit einer Vorrichtung zum Aufnehmen und Verladen oder Stapeln von Stückgut ausgestattet ist; Kurzform: Stapler

Ähnliches findet sich auch auf Wikipedia.

Die dort genannten Anforderungen treffen nicht auf Handgabelhubwagen zu und deswegen ist unserer Einschätzung nach der § 12 der BGV -D27 nicht anzuwenden.

In der BGI 603Leitfaden für den Umgang mit Gabelstaplern wird unter Punkt 13 das Befahren von Rampen und schiefen Ebenen mit dem Gabelstapler näher erläutert.

Andere Informationen zu Handgabelhubwagen, als die der BGN, liegen uns nicht vor.