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KomNet-Wissensdatenbank

Ist es zulässig in Werkstatthallen Spraydosen auf einem offenen Regalboden an der Wand aufzubewahren?

KomNet Dialog 19612

Stand: 22.10.2013

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen

Dialog
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Frage:

Man sieht oft in Werkstatthallen (Kleinstbetrieb, Werkstatt nicht Haupttätigkeit), dass Spraydosen auf einem offenen Regalboden an der Wand aufbewahrt werden. Wenn es sich um eine Sammlung verschiedener Produkte handelt, von denen jedes maximal ein- oder zweimal vorkommt (angebrochene Dose + Ersatzdose), ist diese Form der Aufbewahrung zulässig?

Antwort:

Zur Beantwortung Ihrer Frage ist die TRGS 510 heranzuziehen. Es kommt nicht auf die Anzahl von Spraydosen, sondern auf die Gesamtmenge an Aerosolen bzw. Druckgaskartuschen an.

Laut Tabelle 1 der TRGS 510 dürfen Aerosolpackungen und Druckgaskartuschen bis zu einer Gesamtmenge von 20 kg außerhalb eines Lagers (z.B. in einer Werkstatt) gelagert werden, solange die allgemeinen Schutzmaßnahmen in Nr. 4.2 berücksichtigt werden.

Besondere Regelungen gibt es bei der Lagerung in Wohn- und Geschäftsräumen. Diese sind in Anlage 2 festgehalten und greifen bereits bei einer Menge ab 0 kg. Sollten Aerosole und Druckgaskartuschen oberhalb der 20 kg Grenze gelagert werden, müssen die Anforderungen unter Nr. 11 „Lagerung von Aerosolpackungen und Druckgaskartuschen“ erfüllt werden. Entzündbare Aerosole müssen ab einer Gesamtmenge von 200 kg unter den in Nr. 6 beschriebenen Bedingungen gelagert werden.

Da in der Frage Kleinstbetriebe angesprochen werden, wird es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Mengen unterhalb der 20 kg Grenze handeln, so dass die Kleinmengenregelung hier greift.