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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Studenten im medizinischen praktischen Jahr bei kurzzeitiger Beobachtung einer TAVI-OP ein Film-Dosimeter erhalten?

KomNet Dialog 19520

Stand: 08.10.2013

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Strahlenschutzorganisation

Dialog
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Frage:

Müssen Studenten im medizinischen praktischen Jahr (PJ) bei kurzzeitiger Beobachtung einer OP ein Film-Dosimeter erhalten? Die PJ-Studenten sind kein strahlenexponiertes Personal der Kat. A oder B. Hierzu folgender Hinweis: PJ-ler hospitieren zum Beispiel in der Herzchirurgie nur für 1-2 Wochen. In dieser Zeit sind sie sehr interessiert, auch einmal eine TAVI-Operation zu erleben. Das bedeutet, dass sich die Studenten ein- oder zweimal während ihrer Hospitationszeit im Strahlenbereich des Hybrid-OP aufhalten. Der bürokratische Aufwand, eine Röntgen-Plakette, die personalisiert werden muss und regelmässig kontrolliert werden muss, für jeden Studenten zu beantragen, steht laut Aussage des Chefarztes in keinem Verhältnis zum Nutzen. Sollte für die einmalige Hospitation eine Röntgen-Plakette notwendig sein, was meinem Kenntnisstand nach nicht der Wahrheit entspricht, würde der Chefarzt die Hospitation für PJ-Studenten untersagen. Können Sie mir hierzu eine rechtssichere Auskunft geben?

Antwort:

Nach § 22 -Zutritt zu Strahlenschutzbereichen- Röntgenverordnung (RöV) (Pkt. 2. c) darf der Zutritt zu Kontrollbereichen erlaubt werden, wenn bei Auszubildenden oder Studierenden dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist.

Es kann zugelassen werden, dass im Kontrollbereich auf die Ermittlung der Körperdosis verzichtet wird, wenn sichergestellt ist, dass im Kalenderjahr eine effektive Dosis von 1 mSv oder 1/10 der Organdosiswerte gemäß § 31a Abs. 2 der Röntgenverordnung nicht überschritten werden können (§ 35 Abs. 1 Satz 2 RöV).

Dazu ist vom fachkundigen Strahlenschutzverantwortlichen oder dem Strahlenschutzbeauftragten eine Abschätzung der Körperdosen unter Berücksichtigung von äußerer und innerer Exposition zu erstellen. Die Abschätzung ist auf der Grundlage der Expositionsbedingungen nach der Richtlinie für die physikalische Strahlenschutzkontrolle zur Ermittlung der Körperdosen nach Kapitel 3 und unter Beachtung der in Kapitel 4.3 und 4.5 gegebenen Hinweise durchzuführen.

Bei gebärfähigen Frauen ist durch zusätzliche Überwachungsmaßnahmen sicherzustellen, dass der besondere Dosisgrenzwert nach § 31a Abs. 4 Satz 2 (2 mSv an der Gebärmutter) eingehalten werden kann und dieses dokumentiert wird. Auf die gesonderte Überwachung von Schwangeren gem. § 35 Abs. 6 der RöV weisen wir hin.

Unter Beachtung des Vorgenannten kann auf das Tragen von Filmdosimetern verzichtet werden.