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Müssen elektrische Betriebsmittel, die im Bereich eines Gefahrstoffarbeitsplatzes verwendet werden, einen Ex-Schutz haben?

KomNet Dialog 19511

Stand: 07.10.2013

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Müssen elektrische Betriebsmittel (z.B. eine elektronische Waage), die ich an einem Gefahrstoffarbeitsplatz verwende, der abgesaugt und mit Luftschleier versehen ist, einen Ex-Schutz haben??

Antwort:

Elektrische Betriebsmittel müssen für den Einsatz an "Gefahrstoffarbeitsplätzen" nur dann eine Zulassung nach EU-Richtlinie 94/9/EG (ATEX) für den Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre haben, wenn diese aufgrund der chemischen und/oder physikalischen Eigenschaften der vorhandenen Gefahrstoffe auch entstehen kann. Dies ist z. B. der Fall, wenn am Einsatzort der in Rede stehenden Betriebsmittel brennbare Gase, entzündliche oder hochentzündliche Flüssigkeiten vorhanden sind oder brennbare Stäube und somit explosionsfähige Staub-Luftgemische entstehen können.

Für jeden Arbeitsplatz, also auch für den "Gefahrstoffarbeitsplatz", muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - bzw. § 3 Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - erstellen. Im Rahmen der Gefährdungsermittlung und -beurteilung ist auch zu prüfen, ob und in welchem Umfang in einem Arbeitsbereich eine explosionfähige Atmosphäre und somit eine ex-Zone im Sinne der Richtlinie 1999/92/EG (Betriebssicherheitsverordnung ) entstehen kann.

Wenn der Arbeitgeber/Betreiber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt hat, dass die Entstehung einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre nicht sicher verhindert werden kann, dann hat er für die Erstellung eines Explosions-schutzdokumentes zu sorgen. In dem Explosionsschutzdokument sind auch ex-Zonen festzuschreiben. Die in den v. g. ex-Zonen eingesetzten Arbeitsmittel und Elektroinstallationen, wie z. B. auch die Beleuchtung, müssen dann für den Einsatz in der jeweiligen ex-Zone nach EU-Richtlinie 94/9/EG (ATEX) durch den Hersteller oder Inverkehrbringer zugelassen sein.