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Wie muss ein Güteraufzug nach einer Nutzungsänderung zum Güteraufzug mit Begleitperson und einer Förderhöhe über 3 m durch geprüft werden?

KomNet Dialog 19142

Stand: 07.08.2013

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Aufzugsanlagen

Dialog
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Frage:

Muss ein Güteraufzug (gem. Maschinenrichtlinie) nach einer Nutzungsänderung zum Güteraufzug mit Begleitperson und einer Förderhöhe über 3 m durch eine ZÜS geprüft werden im Sinne einer Prüfung nach Änderung, oder handelt es sich um ein neues Inverkehrbringen?

Antwort:

Ob es sich um neues Inverkehrbringen handelt, ist abhängig von der Art der Umrüstung.

So gibt es z. B. verschiedene Aufzugshersteller, die für ihre Güteraufzüge Umrüstungen anbieten, und der Güteraufzug bleibt trotz Begleitperson ein Aufzug nach EU-Maschinenrichtlinie. Dabei handelt es nicht um neues Inverkehrbringen.

Der Aufzug muss über die entsprechende Sicherheitstechnik verfügen. Er darf z. B. nur von eingewiesenen Personen mit Hilfe einer Totmannsteuerung bedient und befahren werden.

Liegen diese Voraussetzung nicht vor (z. B. Totmannsteuerung), müsste der Aufzug dem aktuellen sicherheitstechnischen Stand - wie in der DIN-EN 81 beschrieben - entsprechen. In diesem Fall könnte auch ein neues Inverkehrbringen vorliegen.
Um diese Fragen abzuklären, wenden Sie sich bitte an Ihren Aufzugshersteller.

Auch wenn es sich nach Umrüstung des Aufzuges nach wie vor um eine Maschine im Sinne der Maschinenrichtlinie handeln sollte, wurde vermutlich eine Änderung gem. § 2 Abs. 5 BetrSichV vorgenommen (das wäre z. B. der Fall, wenn die Steuerung erneuert oder geändert würde). Die Änderungen werden in der TRBS 1121 beschrieben, der Anhang A1 ist auch für Aufzugsanlagen nach Maschinenrichtlinie sinngemäß anzuwenden. Die sich daraus ergebenden Forderungen müssen von einer zugelassenen Überwachungsstelle geprüft werden.