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Ist in der chirurgischen Notaufnahme, in der auch mit HF-Chirurgiegeräten gearbeitet wird, das Tragen von elektrisch leitfähigen Arbeitsschuhen vorgeschrieben?

KomNet Dialog 1911

Stand: 25.07.2003

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Ist in der chirurgischen Notaufnahme, in der auch mit HF-Chirurgiegeräten gearbeitet wird, das Tragen von elektrisch leitfähigen Arbeitsschuhen vorgeschrieben? Schrittmacherpatienten reagieren oft empfindlich auf elektrostatische Aufladung des behandelnden Personals. Welche Schuhe werden empfohlen bzw. sind vorgeschrieben, und wer kommt in welchem Fall für die Anschaffungskosten auf? Danke für Ihre Mühe.

Antwort:

Elektrostatische Aufladungen und Entladungsvorgänge sind nicht unmittelbar gesundheitsgefährdend, können aber zu erheblichen Belästigungen und gefährlichen Schrecksituationen führen. Nach § 16 Abs. 2 der Arbeitsstättenverordnung sind daher für den Menschen spürbare elektrostatische Aufladungen in Räumen im Rahmen des betrieblich Möglichen zu vermeiden. Moderne Herzschrittmacher sind weitgehend störungssicher gegenüber elektrischen und elektromagnetischen Einflüssen.

Genaues hierzu kann aber nur der betreuende Kardiologe sagen, der sowohl das Krankheitsbild als auch die technischen Daten des Implantates kennt. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber u.a. beurteilen, ob in der beschriebenen Notaufnahme das Entstehen von explosionsgefährdeten Bereichen (z.B. durch Anwendung von Inhalations-Anästhesiemitteln, Analgesiemitteln oder brennbaren Flüssigkeiten als Hautreinigungs-/Hautdesinfektionsmittel) möglich ist.

In diesem Fall sind die Bestimmungen des Anhangs V Nr. 8 der Gefahrstoffverordnung und der §§ 5 u. 6 der Betriebssicherheitsverordnung zu beachten. Um zu verhindern, dass sich eine elektrostatische Aufladung von Geräten und Personen in den explosionsgefährdeten Zonen der medizinisch genutzten Räumen ergibt, werden in diesen Bereichen ableitfähige Fußböden gefordert (vergl. § 20 Krankenhausbauverordnung). Maßnahmen zur Vermeidung von elektrostatischen Aufladungen einschließlich Informationen über entsprechende Schutzkleidung wie leitfähige Schuhe enthält die berufsgenossenschaftliche Regel BGR 132. Die erforderliche Schutzkleidung ist vom Arbeitgeber zu stellen. Arbeitsschutzvorschriften im Internet: http://www.gaa.baden-wuerttemberg.de/Vorschriften/Vorschriften.html BG-Regeln: http://www.recht.com/hvbg