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Müssen bei einer Kreissäge, die durch Leuchtstoffröhren beleuchtet wird, Maßnahmen gegen Schattenbereiche und andere optische Gefährdungen getroffen werden?

KomNet Dialog 19054

Stand: 26.07.2013

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Allgemeine Beschaffenheitsanforderungen

Dialog
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Frage:

In der Maschinrichtlinie 2006/42/EG heißt es unter 1.1.4: „Die Maschine muss so konstruiert und gebaut sein, dass die Beleuchtung keinen störenden Schattenbereich, keine Blendung und keine gefährlichen Stroboskopeffekte bei beweglichen Teilen verursacht." Bei einer Kreissäge im Werkstattbereich, die durch Leuchtstoffröhren beleuchtet wird, kann aber der hier erwähnte Stroboskopeffekt entstehen. Müssen und wenn ja welche, Maßnahmen zur Vermeidung dieser Gefährdung getroffen werden?

Antwort:

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - in Verbindung mit § 3 der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung, hier für die auszuführenden Arbeiten mit der Kreissäge im Werkstattbereich zu erstellen. In die Bewertung sind insbesondere auch die Sichtverhältnisse, wie z. B. Blendwirkungen, Schattenbilder oder sonstige optische Gefährdungen (Stroboskopeffekt) einzubeziehen. Hierbei hat der Arbeitgeber mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminderung "eigenverantwortlich" festzulegen und umzusetzen.

In die Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber neben den Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS, wie z. B. TRBS 1151 "Gefährdungen an der Schnittstelle Mensch - Arbeitsmittel, Ergonomische und menschliche Faktoren", auch die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regelwerke, wie z. B. die BGI 725"Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Schreinereien/Tischlereien" ebenso einzubeziehen wie Betriebsanleitungen der Hersteller von Kreissägen.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung wird der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützt.