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Wie kann der Arbeitsschutzakteur die Führungskräfte davon überzeugen, dass eine Motivation der Mitarbeiter erforderlich ist, damit sie gesund und leistungsfähig bleiben?

KomNet Dialog 1901

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit

Dialog
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Frage:

Wie kann der Arbeitsschutzakteur die Führungskräfte davon überzeugen, dass eine Motivation der Mitarbeiter erforderlich ist, damit sie gesund und leistungsfähig bleiben? Gibt es Beispiele für Mitarbeitermotivation? Und gibt es Modelle für gesundheitliche Prävention in Betrieben? Bemerkung: Hier sind die Mitarbeiter überwiegend demotiviert. Beförderungen finden nur noch in der Führungsebene statt und der Arbeitsdruck wird immer größer. Es werden überwiegend Fremdkräfte eingestellt, während früher Hausbewerber bevorzugt wurden. Sogar an Lob wird gespart. Das Betriebsklima und der Umgang miteinander verschlechtern sich.

Antwort:

Die Motivation von Mitarbeitern beginnt bei der Führung. Lebt sie Motivation vor, soll heißen kann sie Mitarbeiter begeistern, ansprechen und zuhören, so sind Mitarbeiter zu begeistern. Diesen Wandel zu steuern obliegt den Führungskräften. Der Wandel führt nur dann zu einer Leistungssteigerung einer Organisation und zum besseren Erreichen der Unternehmensziele, wenn die Qualität der Leistungserbringung der Mitarbeiter sicher gestellt ist. Diese ist wiederum entscheidend vom Wohlbefinden abhängig. Dieses Wohlbefinden ist nicht nur durch Vergütungen in Form von Geldleistungen herstellbar, sondern erfordert auch die Freude am täglichen Arbeiten.

Die Mitarbeiter fühlen sich besonders dann mit dem Unternehmen verbunden und verhalten sich ihm gegenüber loyal, wenn im Unternehmen ein Betriebsklima gelebt wird, welches von gegenseitiger Wertschätzung über alle Hierarchieebenen hinweg geprägt ist. Gefühle der Sicherheit, des Schutzes und der Vorsorge, Achtung, Anerkennung und die Förderung der Persönlichkeit tragen zur Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten bei.

Mit einem ausgeprägten Sozialverhalten können Führungskräfte verstärkt Einfluß auf die psychische Verfassung der Mitarbeiter nehmen und zwar durch
- faire, objektive Beurteilung
- konstruktive Konfliktlösung
- kreative Problemlösungsansätze
- Verständnis/Zuhören bei Problemen und Beschwerden.

Mitarbeiterführung bedeutet jedoch nicht nur eine positive Einflussnahme auf das Verhältnis der Führungskraft zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch auf das Arbeitspensum. Durch ihren Einfluss auf die Auslastung der Mitarbeiter haben Führungskräfte eingeschränkt Verantwortung für die psychische und gesundheitliche Verfassung der Mitarbeiter. Gegenseitiges Abwägen der Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter und der delegierten Aufgaben ist notwendig, um Unter- oder Überforderung und somit Frust, Stress, Druck oder Demotivation zu vermeiden. Möglichkeiten hier Einfluss zu nehmen, bieten Zielvereinbarungen und Mitarbeitergespräche.

Um Arbeitsbedingungen systematisch zu verbessern eignen sich Arbeitsschutzmanagementsysteme bzw. ist ein systematisches Handeln im Arbeitsschutz erforderlich, welches nicht nur den klassischen Unfallschutz als Ziel verfolgt, sondern auch die Gesundheitsförderung ins Auge fasst. Beispiele guter Praxis werden z.B. im Internet unter http://www.inqa.de oder unter http://www.bkk.de , Rubrik betriebliche Gesundheitsförderung angeboten.

Zum Thema Motivation bieten z.B. die Berufsgenossenschaften oder auch andere Bildungsträger Seminare an. Adressen der Berufsgenossenschaften im Internet unter http://www.hvbg.de .

Stand: 17.07.2003