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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Beschäftigte an Telearbeitsplätzen arbeitsmedizinisch untersucht werden?

KomNet Dialog 18976

Stand: 28.03.2017

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Bildschirmarbeitsplätze > Telearbeit, Homeoffice

Dialog
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Frage:

Müssen in Teilzeit bzw. geringfügig Beschäftigte, die ausschließlich an Telearbeitsplätzen arbeiten, arbeitsmedizinsich untersucht werden? Es handelt sich um Schreibkräfte an Heimarbeitsplätzen mit Computer und Monitor. Braucht man dort nur die G37 anzubieten?

Antwort:

Für Arbeiten an Bildschirmgeräten ist die Nummer 6 des Anhang der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) heranzuziehen.

Das wesentliche Kriterium hierbei ist die Belastung bei der Arbeit am Bildschirmgerät, die sich aus Intensität und Dauer dieser Arbeit ergibt. Die vorhandene Arbeitsbelastung muss sich aus der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in Verbindung mit § 3 ArbStättV ergeben.

Grundlage für die arbeitsmedizinsche Vorsorge ist seit dem 24.12.2008 die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Dort sind Regelungen im staatlichen Recht und in den Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften vereinheitlicht und zusammengeführt worden. Die Verordnung nennt Untersuchungsanlässe und beschreibt das organisatorische Verfahren der arbeitsmedizinischen Vorsorge im Betrieb, hinsichtlich der Pflichten des Arztes und des Arbeitgebers.

Die Verordnung unterscheidet in Pflicht- und Angebotsuntersuchungen.

Im Anhang zur ArbMedVV "Arbeitsmedizinische Pflicht- und Angebotsuntersuchungen sowie weitere Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge" heißt es unter

"Teil 4
Sonstige Tätigkeiten
...
(2) Angebotsuntersuchungen bei:
1. Tätigkeiten an Bildschirmgeräten
Die Angebotsvorsorge enthält das Angebot auf eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Erweist sich auf Grund der Angebotsvorsorge eine augenärztliche Untersuchung als erforderlich, so ist diese zu ermöglichen. § 5 Abs. 2 gilt entsprechend für Sehbeschwerden. Den Beschäftigten sind im erforderlichen Umfang spezielle Sehhilfen für ihre Arbeit an Bildschirmgeräten zur Verfügung zu stellen, wenn Ergebnis der Angebotsvorsorge ist, dass spezielle Sehhilfen notwendig und normale Sehhilfen nicht geeignet sind;"

Die Untersuchungsfristen sind im vorliegenden Fall entsprechend der DGUV Information 240-370 (bisher: BGI 504-37) "Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 37 "Bildschirmarbeitsplätze" festzulegen.