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Wie berechnet sich das Mutterschaftsgeld innerhalb der Mutterschutzfrist?

KomNet Dialog 18894

Stand: 05.03.2015

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Entgeltzahlung

Dialog
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Frage:

Wie berechnet sich das Mutterschaftsgeld innerhalb der Mutterschutzfrist?

Antwort:

Das Mutterschaftsgeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, welches während der Mutterschutzfristen gezahlt wird. Das Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten nur die freiwillig oder pflichtversicherten Mitglieder.

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem um die gesetzlichen Abzüge verminderten durchschnittlichen Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate, bei wöchentlicher Abrechnung der letzten 13 Wochen vor Beginn der Schutzfrist vor der Entbindung. Bei Frauen mit einem festen Monatsverdienst wird jeder Monat gleichbleibend mit 30 Tagen angesetzt. Das Mutterschaftsgeld beträgt höchstens 13 Euro für den Kalendertag (je nach Länge des Monats maximal 364 – 403 Euro). Auch geringfügig Beschäftigte, die selbst Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse sind (z. B. Studentinnen), erhalten ebenfalls Mutterschaftsgeld bis zu 13 Euro kalendertäglich von ihrer Krankenkasse, wenn ihnen während der Schutzfristen kein Arbeitsentgelt gezahlt wird.

Übersteigt der durchschnittliche kalendertägliche Nettolohn den Betrag von 13 Euro (monatlicher Nettolohn von 390 Euro), ist die Arbeitgeberseite verpflichtet, die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen. Dabei wird der als Grundlage dienende Durchschnittsverdienst um den Betrag der gesetzlichen Abzüge vermindert. Verdiensterhöhungen, die während der Schutzfristen wirksam werden und nicht nur vorübergehend gezahlt werden, sind ab dem Zeitpunkt ihrer Wirksamkeit in die Berechnung einzubeziehen. Der Zuschuss ist zum gleichen Termin auszuzahlen wie vorher das Arbeitsentgelt.

Rechenbeispiel:
Eine Frau hat in den letzten drei Monaten vor Beginn der Schutzfrist einen gleich bleibenden monatlichen Bruttolohn von 1.500 Euro.
Der monatliche Nettolohn betrug 975 Euro.
Der monatliche Nettolohn der letzten drei Monate (975 Euro × 3 = 2.925 Euro) wird auf den Kalendertag (drei Kalendermonate zu 30 Tagen) umgerechnet (2.925 Euro : 90 Kalendertage = 33 Euro pro Kalendertag).
Der durchschnittliche kalendertägliche Nettolohn betrug also 33 Euro.
Während der Schutzfristen vor und nach der Entbindung erhält die Frau pro Kalendertag diese 33 Euro, und zwar

  • als Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse 13 Euro,
  • als Arbeitgeberzuschuss 20 Euro.
(Quelle: Leitfaden zum Mutterschutz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Auf die Broschüre "Elterngeld und Elternzeit" weisen wir hin.