Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Haben Sie Informationen über die Auswirkung einer künstlichen Beschallung eines CallCenters auf die dort tätigen Mitarbeiter?

KomNet Dialog 1884

Stand:

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Lärm > Sonstige Fragen zu Lärm

Dialog
Favorit

Frage:

In unserem Unternehmen besteht die Absicht, die Grossraumfläche eines Service (Call)- Centers künstlich zu beschallen. Haben Sie Informationen über die Auswirkung einer derartigen Einrichtung auf die dort tätigen Mitarbeiter?

Antwort:

Grundsätzlich gilt auch für Call-Center zunächst das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung. Bei überwiegend geistiger Tätigkeiten darf der Beurteilungspegel am Arbeitsplatz 55 dB(A) nicht überschreiten; d.h. das alle Geräusche, die auf den jeweils zu beurteilenden Arbeitsplatz innerhalb einer 8 Stunden Schicht einwirken, in der Summe diesen Grenzwert nicht überschreiten dürfen. Ausgenommen sind also die selbst verursachten Geräusche, nicht aber z.B. die Gesprächslautstärke des Nachbarn oder sonstige Geräuschquellen. Da das subjektive Lärmempfinden auch vom Informationsgehalt des Lärms abhängt, ist eine Reduzierung des Informationsgehaltes zum Beispiel durch Einbringen von künstlichem Hintergrundrauschen mit geringem Pegel (30 dB(A)) in die Arbeitsumgebung unter Umständen entlastend für die Mitarbeiter. Eine Hintergrundbeschallung, z.B. mit leiser Musik, wird immer individuell unterschiedlich bewertet bzgl. Musikauswahl und Lautstärke. Der erste Schritt ist daher die Einbeziehung der Mitarbeiter/-innen bei den vorgesehenen Beschallungsmaßnahmen. Grundsätzlich sollen alle Störgeräusche vermieden werden, wie z.B. Lautsprecherdurchsagen usw. Mit einer dezenten Beschallung kann das Hintergrundgeräusch angehoben und störende Geräusche so überlagert werden, dass es insgesamt zu einer angenehmeren Arbeitssituation kommen kann. Weitere Informationen enthalten die berufsgenossenschaftliche Information BGI 773 "Call Center - Hilfen für die Planung und Einrichtung" (www.recht.com/hvbg) und die Ergebnisse des Projektes "CCall - erfolgreich und gesund arbeiten in Call Centern" (www.ccall.de).

Stand: Mai 2003