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Muss in Bezug auf den DGUV Grundsatz 308-008 auch das Personal, welches bereits seit langem Hubarbeitsbühnen bedient, neu ausgebildet werden?

KomNet Dialog 18628

Stand: 02.09.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
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Frage:

Der berufsgenossenschaftliche Grundsatz DGUV 308-008 fordert eine Ausbildung und Beauftragung von Bedienern von Hubarbeitsbühnen. Wie verhält es sich in diesem Fall mit Personal, dass schon lange vor diesem Grundsatz Hubarbeitsbühnen bedient und mit dem sicheren Umgang vertraut ist? Muss auch hier nachträglich die vollständige Ausbildung gem. DGUV 308-008 erfolgen, oder kann das Unternehmen selbständig eine Qualifaktion festlegen bzw. auf andere Art und Weise nachweisen?

Antwort:

Die Antwort auf Ihre Frage finden Sie im "Anwendungsbereich" des DGUV Grundsatzes 308-008 (ehemals BGG 966) Dort heißt es:

"Dieser Grundsatz findet Anwendung auf die Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen.

Zur Erreichung des Zieles, geeignete Personen zum Führen von Hubarbeitsbühnen auszubilden, werden in Abschnitt 3 Ausbildungszeiten angegeben. Diese haben sich für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse bewährt. Der Nachweis über aus
reichende Kenntnisse und Fähigkeiten zum selbstständigen Führen einer Hubarbeitsbühne erfolgt durch eine in Abschnitt 3.3 beschriebene theoretische und praktische Prüfung."


Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass diese Ausbildung für im Umgang mit Hubarbeitsbühnen "erfahrene Beschäftigte" nicht zwingend erforderlich ist.

Die Anforderungen, die an die Personen zur Bedienung von Hubarbeitsbühnen gestellt werden, sind in Abschnitt "Anforderungen" des DGUV Grundsatzes 308-008 aufgeführt. Dort heißt es:

Die Benutzung von Arbeitsmitteln bleibt dazu geeigneten, unterwiesenen oder beauftragten Personen vorbehalten (Betriebssicherheitsverordnung 
). So ist das Führen von Hubarbeitsbühnen z. B. in Kapitel 2.10 Nr. 2.1 der Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“ (BGR/GUV-R 500) geregelt. Danach darf der Unternehmer mit dem selbstständigen Bedienen von Hubarbeitsbühnen Personen nur beauftragen, die

1.    das 18. Lebensjahr vollendet haben,
2.    in der Bedienung der Hubarbeitsbühne unterwiesen sind und
3.    ihre Befähigung gegenüber dem Unternehmer nachgewiesen haben.

Der Auftrag ist schriftlich zu erteilen.

Für die Auswahl der Bediener ergeben sich somit folgende Kriterien:

  • Mindestalter 18 Jahre
    • Im Rahmen der Berufsausbildung dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nur Hubarbeitsbühnen bedienen, wenn dies unter fachlicher Aufsicht erfolgt und der Jugendliche entsprechend dieses Grundsatzes ausgebildet ist. Dabei sollte der Aufsicht Führende schriftlich festgelegt sein.
  • Körperliche Eignung
    • Sie wird zweckmäßigerweise durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt. Insbesondere wird Wert gelegt auf ausreichende Sehschärfe, seitliches Gesichtsfeld, räumliches Sehen,Hörvermögen, körperliche Beweglichkeit, gute Reaktionsfähigkeit. Zur Beurteilung der körperlichen Eignung geben die Berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Untersuchungen G 25„Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ sowie G 41„Arbeiten mit Absturzgefahr“ wichtige Anhaltspunkte.
  • Geistige und charakterliche Eignung.
Von den ausgewählten Personen wird insbesondere erwartet:
  • Verständnis für technische und physikalische Zusammenhänge,
  • Eigenschaft, zuverlässig, verantwortungsbewusst und umsichtig zu handeln.