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Welche Schutzmaßnahmen sind beim Umgang mit Toluol zu ergreifen?

KomNet Dialog 18531

Stand: 16.05.2013

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)

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Frage:

Im Betrieb werden Formteile aus Rohgummi hergestellt. Die Teile sind Einzelanfertigungen mit immer wieder unterschiedlichen Abmessungen und Größen. Sie werden in Schichten aufgebaut. Jede Schicht wird dabei mit Toluol bestrichen, um die Schichten zu verbinden. Was kann zum Schutz der Mitarbeiter gemacht werden? Schutzmasken? Absaugen? Müssen Absaugungen ex-geschützt sein?

Antwort:

Maßnahmen nach Gefahrstoffverordnung

Laut Wortlaut des § 6 Abs. 1 der Gefahrstoffverordnung hat der Arbeitgeber im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung als Bestandteil der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes festzustellen, ob die Beschäftigten Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausüben oder ob bei Tätigkeiten Gefahrstoffe entstehen oder freigesetzt werden können. Ist dies der Fall, so hat er alle hiervon ausgehenden Gefährdungen der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten unter folgenden Gesichtspunkten zu beurteilen:

1.gefährliche Eigenschaften der Stoffe oder Zubereitungen, einschließlich ihrer physikalisch-chemischen Wirkungen,
2.Informationen des Herstellers oder Inverkehrbringers zum Gesundheitsschutz und zur Sicherheit insbesondere im Sicherheitsdatenblatt,
3.Art und Ausmaß der Exposition unter Berücksichtigung aller Expositionswege; dabei sind die Ergebnisse der Messungen und Ermittlungen nach § 7 Absatz 8 zu berücksichtigen,
4.Möglichkeiten einer Substitution,
5.Arbeitsbedingungen und Verfahren, einschließlich der Arbeitsmittel und der Gefahrstoffmenge,
6.Arbeitsplatzgrenzwerte und biologische Grenzwerte,
7.Wirksamkeit der ergriffenen oder zu ergreifenden Schutzmaßnahmen,
8.Erkenntnisse aus arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen

Vorsorge.
Gemäß § 6 Abs. 2 der Gefahrstoffverordnung hat der Arbeitgeber sich die für die Gefährdungsbeurteilung notwendigen Informationen beim Inverkehrbringer oder aus anderen, ihm mit zumutbarem Aufwand zugänglichen Quellen zu beschaffen. Insbesondere hat der Arbeitgeber die Informationen zu beachten, die ihm nach Titel IV der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Verfügung gestellt werden; dazu gehören Sicherheitsdatenblätter und die Informationen zu Stoffen oder Zubereitungen, für die kein Sicherheitsdatenblatt zu erstellen ist. Sofern die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 keine Informationspflicht vorsieht, hat der Inverkehrbringer dem Arbeitgeber auf Anfrage die für die Gefährdungsbeurteilung notwendigen Informationen über die Gefahrstoffe zur Verfügung zu stellen.
Weiterhin sind vom Arbeitgeber die §§ 7 (Grundpflichten), 8 (Allgemeine Schutzmaßnahmen) und 9 (Zusätzliche Schutzmaßnahmen) Gefahrstoffverordnung entsprechend zu berücksichtigen.

Maßnahmen aus der Betriebssicherheitsverordnung

Aus dem Sicherheitsdatenblatt erhält der Arbeitgeber u. a. auch die notwendigen Informationen bezügliche notwendiger Explosionsschutzmaßnahmen für den Gefahrstoff Toluol.
Recherchen im Internet haben ergeben, dass für den Gefahrstoff Toluol in Sicherheitsdatenblättern unter und obere Explosionsgrenzen angegeben werden.
Ausgehend von der v. g. Information hat der Arbeitgeber, sofern eine Substitution des Gefahrstoffes Toluol nicht möglich ist, unter anderem die Vorschriften des § 6 Betriebssicherheitsverordnung zu berücksichtigen.
Gemäß § 6 Betriebssicherheitsverordnung hat der Arbeitgeber unabhängig von der Zahl der Beschäftigten im Rahmen seiner Pflichten nach § 3 Betriebssicherheitsverordnung sicherzustellen, dass ein Dokument (Explosionsschutzdokument) erstellt und auf dem letzten Stand gehalten wird.

Aus dem Explosionsschutzdokument muss insbesondere hervorgehen,

1. dass die Explosionsgefährdungen ermittelt und einer Bewertung unterzogen worden sind,
2. dass angemessene Vorkehrungen getroffen werden, um die Ziele des Explosionsschutzes zu erreichen,
3. welche Bereiche entsprechend Anhang 3 in Zonen eingeteilt wurden und
4. für welche Bereiche die Mindestvorschriften gemäß Anhang 4 gelten.

Das Explosionsschutzdokument ist vor Aufnahme der Arbeit zu erstellen. Es ist zu überarbeiten, wenn Veränderungen, Erweiterungen oder Umgestaltungen der Arbeitsmittel oder des Arbeitsablaufes vorgenommen werden.
Unbeschadet der Einzelverantwortung jedes Arbeitgebers nach dem Arbeitsschutzgesetz und den §§ 6 bis 15 der Gefahrstoffverordnung koordiniert der Arbeitgeber, der die Verantwortung für die Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel trägt, die Durchführung aller die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten betreffenden Maßnahmen und macht in seinem Explosionsschutzdokument genauere Angaben über das Ziel, die Maßnahmen und die Bedingungen der Durchführung dieser Koordinierung.
Bei der Erfüllung der Verpflichtungen nach Absatz 1 können auch vorhandene Gefährdungsbeurteilungen, Dokumente oder andere gleichwertige Berichte verwendet werden, die auf Grund von Verpflichtungen nach anderen Rechtsvorschriften erstellt worden sind.
Auf die §§ 5,7,8,9,10 und 11 der Betriebssicherheitsverordnung wird an dieser Stelle hingewiesen.