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KomNet-Wissensdatenbank

Ist beim Befüllen von Tanks mittels Unterdruck keine Überfüllsicherung erforderlich?

KomNet Dialog 18488

Stand: 09.05.2013

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten

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Frage:

Wenn das Befüllen eines Tanks durch Anlegen von Unterdruck erfolgt, dann fließt die Flüssigkeit bei Überfüllung nicht in die Umgebung, sondern in den Blowdown-Behälter der Vakuumerzeugung. Die Vermeidung des Fließens in den Blowdown-Behälter ist aber nicht vom Schutzzweck des Wasserhaushaltsgesetzes erfasst. Folglich ist in diesem Fall keine Überfüllsicherung nach TrbF 20 erforderlich. Ist das korrekt?

Antwort:

Um diese Frage im Detail beantworten zu können, sind weitere technische Informationen zur Anlage und des Behälters sowie des Einsatzstoffes erforderlich.

Grundsätzlich bleibt aber festzuhalten, dass der Behälter bereits überfüllt ist, wenn Flüssigkeit im Blowdown-Behälter der Unterdruckanlage gelangt ist, wenn über die Lüftungsleitung der Unterdruck im Behälter erzeugt wird.

Eine Überfüllung der Behälter muss aber verhindert werden. Siehe 9.3.2.1 TRbF 20. Die Lüftungsleitung wäre dann auch mit Flüssigkeit befüllt, und somit keine Lüftungsleitung mehr, sondern eine verbindene Rohrleitungen von zwei Behältern. Hier ist eine explosionsschutztechnische Trennung erforderlich.

Der zulässige Füllungsgrad, der nach Nr. 9.3.2.2 TRbF 20 zu bemessen ist, wäre ebenfalls überschritten.
Nach Nr. 9.3.2.1 ( 3) ist auch ein Grenzwertgeber bei speziellen Anlagen erforderlich.

Unter diesen, wenn auch allgemeinen Gesichtspunkten, bei der so beschriebenen Behälteranlage, sehen wir grundsätzlich, auch für diese Befüllungsart eine Überfüllsicherung, auch bei Vakuumbefüllung, für erforderlich an.

Wir empfehlen Ihnen, zur endgültigen Klärung mit der zuständigen Arbeitsschutzbehörde einen Ortstermin zu vereinbaren.