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KomNet-Wissensdatenbank

Ist der Arbeitnehmer im OP verpflichtet, die Schutzbrille bei jeder OP zu tragen? Was ist mit Brillenträgern?

KomNet Dialog 1836

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

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Frage:

Wenn der Arbeitgeber die Kosten für Schutzbrillen im OP übernimmt, ist der Arbeitnehmer dann verpflichtet diese Brille bei jeder OP zu tragen oder nur, wenn mit Verspritzung von Körperflüssigkeiten zu rechnen ist? Und, wenn man Brillenträger ist, wie verhält man sich dann in Punkto Schutzbrille. Sie müßte doch dann über die eigene Brille passen. Oder?

Antwort:

Der Arbeitgeber hat eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, bei der er die spezifischen Gefährdungen für die Beschäftigten ermittelt und die entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen festlegt (§ 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG). Im Rahmen dieser Gefährdungsbeurteilung legt er auch fest, ob und welche Schutzbrillen bei Operationen grundsätzlich getragen werden müssen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass biologische Agenzien (Bakterien, Viren, Sporen) über das Auge in den Körper gelangen und Infektionen verursachen können. Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist schriftlich zu dokumentieren.

Kommt der Arbeitgeber in seiner Gefährdungsanalyse zu dem Schluss, dass bei Operationen Schutzbrillen getragen werden müssen, hat er diese kostenlos zur Verfügung zu stellen, bei fehlsichtigen Beschäftigten auch Korrektionsschutzbrillen. Für die Auswahl der Augenschutzgeräte ist es zweckmäßig, diese zunächst vor Ort zu erproben.

Gemäß der Berufsgenossenschaftlichen Regel BGR 192, http://publikationen.dguv.de  sind Korb- oder Überbrillen in der Regel nur für kurzfristige Arbeiten über wenige Minuten geeignet. Kombinationen von handelsüblichen Korrekturbrillen mit Korb- oder Überbrillen neigen außerdem zum Beschlagen und verursachen häufig Doppelbilder oder Spiegelungen. Daher sind solche Kombinationen gerade für den OP-Bereich nicht geeignet, hier sollten Korrektionsschutzbrillen verwendet werden.

Die Beschäftigten sind verpflichtet, die zur Verfügung gestellten Schutzbrillen zu benutzen (§ 15 ArbSchG). Wenn es die Gefährdungsbeurteilung zulässt, kann als Gesichtsschutz auch ein Mundschutz mit Visier getragen werden.