Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Müssen G20 Vorsorgeuntersuchungen als Pflichtuntersuchungen (Lärmexpositionspegel über 85 dB(A)) auch für Saisonarbeitskräfte (Arbeitsszeit: 8 Wochen/Jahr) durchgeführt werden?

KomNet Dialog 18156

Stand: 21.03.2014

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

Dialog
Favorit

Frage:

Müssen G20 Vorsorgeuntersuchungen als Pflichtuntersuchungen (Lärmexpositionspegel über 85 dB(A)) auch für Saisonarbeitskräfte mit einer jährlichen Arbeitsszeit von 8 Wochen durchgeführt werden? Wenn ja, gibt es die Möglichkeit für diesen besonderen Personenkreis eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen und bei welcher Behörde muss dies gemacht werden?

Antwort:

Für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gelten mit Inkrafttreten der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV - im Anwendungsbereich des Arbeitsschutzgesetzes - ArbSchG - die Regelungen dieser Verordnung. In der ArbMedVV sind Regelungen des staatlichen Rechts und der Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften vereinheitlicht und zusammengeführt.

Der Arbeitgeber muss mittels der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 ArbMedVV) klären, welche Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen sind (Pflichtuntersuchungen) und welche anzubieten sind (Angebotsuntersuchung).

Tätigkeiten mit Lärmexposition sind im Anhang Teil 3 der ArbMedVV aufgeführt.
Für die arbeitsmedizinische Vorsorge "Lärm" ist die aktualisierte Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 20 "Lärm" BGI/GUV-I 504-20 heranzuziehen.

Fazit:
Es ist unerheblich, ob befristete oder unbefristete Beschäftigte dem Lärm ausgesetzt sind. Auch für Saisonarbeitskräfte sind die G 20-Untersuchungen als Pflichtuntersuchung anzubieten.

Lärmschwerhörigkeit ist eine anerkannte Berufskrankheit. Eine Ausnahmegenehmigung von der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung "G 20" ist nicht möglich.